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Gemeinsam mit Toolcraft verbessert Farsoon seinen FS422M-4 für die metallische Additive Fertigung.
Foto: Farsoon
Gemeinsam mit Toolcraft verbessert Farsoon seinen FS422M-4 für die metallische Additive Fertigung.

News aus der Additiven Fertigung

3D-Drucker: Von Metallpulver bis Fließbanddruck

Ein Filamentdrucker mit Fließband, soll Produktionskosten senken. In Spanien wurden FDM-Drucker verbessert und Toolcraft arbeitet mit der neuen Farsoon-Maschine.

Toolcraft hat FS422M-4 von Farsoon installiert. Die Maschine arbeitet im metallischen Pulverbettverfahren (selektives Laserschmelzen, SLM, oder laser powderbed fusion, LPBF). Der Auftragsfertiger Toolcraft hat seit über zehn Jahren Erfahrung in diesem additiven Verfahren. In der Farsoon-Maschine entstehen bereits Kundenteile aus einer Aluminiumlegierung.

Die FS422M-4 arbeitet in einem Bauraum von 420 mm × 420 mm × 550 mm (inklusive Bauplatte) mit vier Lasern. Die Zusammenarbeit der Laser wurde von Farsoon verbessert, besonders dort, wo sie sich überschneiden. Ein geschlossener Pulverkreislauf gewährt ein mindestmaß an Arbeitessicherheit und erleichtert das Pulverhandling.

„Toolcraft hat Farsoon unter hohen Druck gesetzt, um anspruchsvolle Anforderungen an die Qualität von Aluminiumteilen bei möglichst geringen Produktionskosten zu erfüllen“, sagte Dr. Dirk Simon, Geschäftsführer der Farsoon Europe. Laut Toolcraft sind die Anforderungen inzwischen erfüllt. Im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft werden Verarbeitungsparameter für eine bessere Produktivität und reduzierte Cost per Part (Produktionskosten pro Bauteil) erarbeitet sowie die Farsoon-Software verbesser und an ihrer Integration mit Qualitätskontrollsystemen von Drittanbietern für eine erweiterte Qualitätssicherung gefeilt.

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Verbesserter Filament-Drucker

Das spanische BCN3D Technologies hat seine Epsilon-Serie verfeinert. Verbesserungen an der Hardware, vorwiegend an der Elektronik, wurden vorgenommen. Die Epsilon-Drucker arbeiten mit Filament (FDM, Materialextrusion). Die Materialien reichen von Kunststoffen über Verbundwerkstoffe bis zu Metallen und kommen von BASF und Mitsubishi Chemical. Das offene System erlaubt auch Filamente anderer Anbieter. Die Dimension des Bauraums liegt beim Epsilon W50 bei 420 mm × 300 mm × 400 mm und bei 420 mm × 300 mm × 220 mm beim W27.

Ein neues Belüftungssystem. Zuvor führte das Belüftungssystem kalte Luft in die Ventilatoren mit Absaugung zu einem anderen Gitter. Dies führte zu Turbulenzen im Inneren und gelegentlichen Ineffizienzen. Um dies zu beheben, wird der heiße Luftstrom nun aus dem Innenraum abgesaugt und der Innendruck gesenkt, damit der Innenraum Luft von außen aufnehmen kann.

Ein neuer Motortreiber. Unser Motor Trinamic TMC2130 wurde durch den TMC2226 ersetzt. Der neue Treiber ist nicht nur sehr leise, sondern auch effizienter und besitzt ein besseres Drehmoment. Während die Vorgänger Kühlkörper benötigten, erwärmen sich diese nur sehr wenig.

Ein neues Mainboard. Wir haben uns für eine speziell auf unsere Produkte abgestimmte Sonderanfertigung entschieden. Anstatt aus mehreren Teilen, die quer im Drucker verteilt sind, besteht dieses Mainboard nur aus einer einzigen Platine. Dadurch ist das Mainboard einfacher und effizienter.

Der lokale Netzwerkzugriff. Ein interner Webserver ermöglicht Anwendern den Zugriff über eine lokale IP-Adresse. Dateien senden, Druckaufträge überwachen, pausieren und stornieren aus der Ferne ist damit kein Problem. Ältere Drucker-Versionen können auch aufgerüstet werden.

Die Autokalibrierung XYZ. Auf Knopfdruck soll diese den Drucker für den nächsten Baujob in nur 6 min vorbereiten. Für die automatische Kalibrierung werden mehrere Punkte gemessen, um den Abstand zwischen beiden Düsen und dem Druckbett automatisch anzupassen.

Eingesetzt werden die Drucker beispielsweis bei Nissan. Der Automotive-OEM druckt Werkzeuge und Betriebsmittel. Auch das französische Unternehmen Saint Gobain, das Verglasungen herstellt, spart Zeit und Kosten mit 3D-Druck.

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BCN3D hat die Hardware seiner Maschinen verbessert. Im Bild ist der Epsilon W50 mit einem Bauraum von 420 mm × 300 mm × 400 mm.
Foto: BCN3D
BCN3D hat die Hardware seiner Maschinen verbessert. Im Bild ist der Epsilon W50 mit einem Bauraum von 420 mm × 300 mm × 400 mm.

Drucken am Fließband

Via Traffic Controlling hat mit einem 3D-Fließband-Drucker seine Produktionskosten um ca. 70 % gesenkt. Mit dem Drucker stellt das Unternehmen Prototypen und Ersatzteile für Geschwindigkeitsanzeigetafeln, Verkehrszählgeräten und Radardetektoren her. Der 3D-Drucker stammt vom deutschen Startup iFactory3D.

Das Besondere des Druckers ist sein Bauvolumen: „Unendlich“ × 280 mm × 170 mm. Dazu ist das austauschbare Hotend um 45° abgewinkelt, um beim Druckprozess weitestgehend auf Stützstrukturen bei Überhängen verzichten zu können. Bei einer maximalen Düsentemperatur von 260° C kann das System mit verschiedenen thermoplastischen Filamenten drucken, wie PETG, PLA, PC, ABS.

Zuvor zahlte Via Traffic Controlling laut eigener Aussage etwa 15 bis 17 EUR pro zugekauftem Bauteil. Mit dem Fließbanddrucker sind die Kosten pro Teil mit Zubehör auf rund 3 EUR gesunken. Die Anschaffungskosten hatten sich bereits nach knapp 8 Wochen amortisiert.

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Via Traffic Controlling spart mit dem Fließbanddrucker Kosten für Prototypen und Ersatzteile.
Foto: iFactory3D
Via Traffic Controlling spart mit dem Fließbanddrucker Kosten für Prototypen und Ersatzteile.