Sybille Strobl
Foto: Tim Bartl

Automatisierungstechnik

Automatierungstreff meets Marktplatz Industrie 4.0

Der jährlich stattfindenden Automatisierungstreffs in Böblingen präsentierte neben den 38 Workshops vor allem das neu geschaffene Lösungsforum Marktplatz Industrie 4.0, welches, nach Angaben von Sybille Strobl, sehr gut angenommen wurde.

Die fortschreitende Digitalisierung im Rahmen von Industrie 4.0 führt in produktions- und fördertechnischen Anlagen zu immer mehr elektronischen Baugruppen. Dazu kommt, dass die Sensoren und Baugruppen durch die zunehmende Miniaturisierung immer kleiner bauen – und zudem immer dichter an das Geschehen rücken. „Bei der Betrachtung dieser Trends wird klar, dass man dem Thema ‚Elektrostatische Entladung‘ zukünftig mehr Aufmerksamkeit schenken muss“, bemerkt Hans-Ludwig Göhringer von IVG Göhringer und erläutert weiter: „Was für den Menschen nur unangenehm ist, wenn er beispielsweise an einer Türklinke eine Schlag bekommt, kann elektronische Baugruppen komplett zerstören.“

Um solche Entladungen aufzuspüren, hat IVG Göhringer den Quicktester ESD-QT 16 entwickelt. Das batteriebetriebene Diagnosegerät erkennt die Magnetfelder, die durch die Entladeströme entstehen, und signalisiert die Störimpulse über eine LED und akustisch über eine Sirene. Anlässlich der Gemeinschaftspressekonferenz erklärte ntrinex- Geschäftsführer Oliver Schleicher die neue Sensorbaureihe TRU-C23. In diesem Zusammenhang stellt er auch die neuesten Funktionserweiterungen der C23-Baureihe, darunter Lichttaster mit Hintergrundausblendung und Empfindlichkeitseinstellung per Teach oder IO-Link vor.

Sensor erfasst dünne Folien problemlos

Mit patentierter Technologie und einer polarisierten UV-Lichtquelle ist die opto-elektronische Sensorbaureihe TRU-C23 eine Revolution in der transparenten Objekterkennung. Da klarer Kunststoff und Glas leicht UV-Licht absorbieren, lassen sich auch kleine Objekte oder dünne Folien problemlos erfassen. Dank dieser Technologie ist die Erkennung weitgehend unempfindlich gegen Staub, Wassertropfen, Spritzer und Alterung. Darüber hinaus besteht keine Gefahr der Mehrfachdetektion auch bei komplex strukturierten Objektformen. Mit IO-Link-Schnittstelle standardmäßig integriert, eignet sich der neue Sensor auch bestens für die Industrie 4.0-Applikationswelt.

Neue Mitglieder der OPC UA Foundation

Nicht fehlen durfte auf dem Automatisierungstreff auch Stefan Hoppe, Global VicePresident der OPC Foundation, der, obwohl kurz vor seinem Abflug nach Korea stehend, noch auf gewohnt lässige Art die neuesten Mitglieder der OPC UA Foundation präsentierte. Moderen Kommunikation Wie der F3-Net von Cannon-Automata moderne Kommunikationsmöglichkeiten und modulare I/Os in einem Gerät vereinigt, erklärte Geschäftsführer Christoph Melzer und verdeutlichte, wie Fertigungseinrichtungen und Maschinen vernetzt und gleichzeitig automatisiert werden können.

Das integrierte 3G/GSM-Modem ermöglicht den drahtlosen Datenaustausch über das Internet und bietet Email- und SMS-Funktionalität. Ethernet und USB vervollständigen die Schnittstellen zur IT-Welt. CAN, EtherCAT und Sercos ermöglichen den Anschluss von Antrieben und dezentralen I/Os.

Gemeinsame Wege von Backmann Systems und Beck IPC

Nach der Mittagspause und bei bestem Wetter führt Christoph Mueller die Zuhörer trotz leerem Akku – das Problem konnte aber gemeinschaftlich gelöst werden – in die Welt von Backmann Systems und Beck IPC ein. Die Bachmann Systems GmbH & Co.KG und die Beck IPC GmbH streben in der Entwicklung von Embedded Software sowie der Oberflächengestaltung für Portallösungen künftig gemeinsame Wege an. Als Basis für die zukünftige Produktentwicklung sollen die IPC@ Chip-Technologie sowie die Kolibri-Technologie dienen.

Nahtlose Kommunikation

Das das Thema Automatisierungstechnik nicht eine reine Männerdomäne ist, demonstrierte Linda Lewalder, Senior Product Manager Drives bei Mitsubishi Electric Europe eindrucksvoll, referierte über neue Frequenzumrichter mit nahezu universeller Konnektivität und Fernzugriff per App und erklärte: „CC-Link-IE ist ein offenes, Ethernet-basiertes Hochgeschwindigkeits- und Hochband-Netzwerk, das von der Antriebsebene bis zur Steuerungsebene alles abdecken kann. Dadurch erreichen wir eine nahtlose Kommunikation zwischen übergeordneten Informationssystemen und untergeordneten Feldsystemen.“

Direkte Anbindung des Bussystems AS-i

Auch Désirée Oestereicher, Produktmanagerin bei Bihl+Wiedemann präsentierte souverän die Neuheiten aus ihrem Unternehmen. Sie erklärt: „In vielen Projekten hat sich BACnet in den letzten Jahren zum Standard für die Gebäudeleittechnik entwickelt. Bihl+Wiedemann hat auf diese Entwicklung reagiert und mit dem AS-i 3.0 BACnet/IP Gateway BWU3356 eine direkte Anbindung des AS-i Bussystems an BACnet/IP realisiert, bei der komplett auf zusätzliche 'Umsetzer' verzichtet werden kann.

Außerdem hat Bihl+Wiedemann sein umfangreiches Portfolio an AS-i Digitalmodulen für das Feld jetzt um das digitale E/A Modul BWU3496 erweitert.“

Moderne Fertigung

Abschließend verdeutlichte Jochen Kinauer, Directo Channel Sales&Public Realtions von camline, die Qualitätskontrolle in der Supply Chain. Moderne Fertigungen sind durch IT Werkzeuge, wie MES und SPC in der Lage, die Prozessausbeute zu erhöhen und Produktabweichungen zu reduzieren. Jedoch sind diese Fertigungsinformationen oft auf einen Standort beschränkt. Mit Supplier Quality Management (SQM) wird die Bandbreite der Prozesskontrolle auf die gesamte Lieferentenkette erweitert.

Neben der groß angelegten Pressekonferenz wurden an drei Tagen 38 Workshops zu 47 Themen von 43 Firmen ausgerichtet. Insgesamt fanden sich 2481 Besucher an den drei Tagen in der Böblinger Kongresshalle ein, was noch einmal eine Steigerung zum letzten Jahr bedeutet. Der 12. Automatisierungstreff ist bereits in der Planung und wird vom 10.04 bis 12.04.2018 wieder in der Kongresshalle in Böblingen stattfinden.

www.automatisierungstreff.com

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