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Foto: Dreiling Maschinenbau
Rotormasten und Getriebe für ultraleichte Hubschrauber: Außer im klassischen Maschinenbau hat die Dreiling Maschinenbau GmbH in Kooperation mit ihrer Schwesterfirma EDM Aerotec noch ein Standbein in der Luft- und Raumfahrt.

Software

Ein PDM-System für Maschinenbau und Hubschrauberteile

Die Maxime bei Dreiling lautet: individuell, innovativ, höchst präzise. Neben dem Maschinenbau gehören auch Komponenten für Hubschrauber zum Portfolio.

Das Thüringer Unternehmen Dreiling Maschinenbau fertigt ganz unterschiedliche Maschinen und Anlagen auf Kundenwunsch, wobei das gesamte Engineering – auch im neuen Bereich der Hubschrauberkomponenten – von Solidworks, Solidcam und Solidworks PDM & Co abgedeckt wird. Den Software-Vertrieb und die Betreuung hat seit Jahren DPS Software in ihren Händen

Das Eichsfeld, der nordwestliche Zipfel Thüringens und nach Niedersachsen hineinreichend, Landschaft und Landkreis zugleich. Hier im Örtchen Geisleden ist der Sitz von Dreiling Maschinenbau. Das Unternehmen wurde bereits 1982 von Engelbert Dreiling gegründet. Er begann mit wenigen Mitarbeitern in der eigenen umgebauten Scheune. Nach der Wende, 1989, geriet man erst einmal in den Strudel des völligen Zusammenbruchs der Ostwirtschaft. Dann aber besann man sich auf seine Stärken und hat begonnen, Retrofits für ältere Maschinen - insbesondere Werkzeugmaschinen - auszuführen. Dieser Weg erwies sich als gangbar und der Betrieb konnte expandieren. Mit der Zeit wurden bei Dreiling auch Maschinenkomponenten und später ganze Maschinen selbst konstruiert. Der erste Konstrukteur kam 1996 ins Haus. Im Jahr 2001 zog man an den jetzigen Standort in Geisleden. Der Neubau mit einer Produktionsfläche von 3.000 qm stellte eine enorme Verbesserung der Arbeitsbedingungen dar. "Die Arbeitsinhalte haben, je nach Auftraggeber, stark gewechselt. Jeder Kunde hat genau das bekommen was er wollte", erklärte Matthias Rindermann, Qualitätsmanagementbeauftragter und Projektmanager.

Große Brocken und ultraleichte Hubschrauber

Dieser stark ausgeprägte Sondermaschinenbau ist bis heute geblieben. Die Volumina stiegen stetig, so dass auch stets neue Hallen vonnöten waren. Wer diese bei einem Besuch durchschreitet, bemerkt schnell, dass hier feiner deutscher Maschinenbau betrieben wird. Dabei geht es keineswegs um "Uhrmacherteile", sondern im Gegenteil um ordentliche "Brocken“: So ein Winkelfräskopf wiegt schon mal 1 t. Um dabei die im Werkzeugmaschinenbau übliche Präzision zu erreichen, sind wiederum die besten Werkzeugmaschinen aus deutscher Produktion gerade recht. Genauigkeiten unter 5 µm sind nicht selten. "Wo nötig gehen wir auch noch darunter", so Rindermann.

Neben dem Maschinenbau gibt es ein zweites Standbein in Geisleden, nämlich das Schwesternehmen EDM Aerotec GmbH für den Bereich der Luft- und Raumfahrt. Für deren Geschäft werden Rotormasten und Getriebe bei Dreiling gebaut. Eine entsprechende Zertifizierung nach DIN 9100 liegt bereits seit April 2014 vor. Die Montage der Einzelteile erfolgt in einer extra errichteten Montagehalle für Hochpräzisionsbaugruppen. Mittlerweile ist eine Reihe von Ultraleichthubschraubern vor Ort zu sehen. Sie werden weltweit verkauft. Das Unternehmen hat heute rund 130 Mitarbeiter, 30 weitere sind bei EDM Aerotec beschäftigt.

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Winkelfräskopf für schwere Zerspanungen. Diese Baugruppe wiegt 2,5 t.
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Ultraleicht-Hubschrauber der EDM Aerotec GmbH, einem Schwesterunternehmen von Dreiling Maschinenbau.
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Ein Beispiel für viele: Hochpräziser Werkzeugmaschinenbau von Dreiling Maschinenbau.

Ohne CAD und CAM geht nichts mehr

Kein Mensch würde denken, dass diese sehr anspruchsvollen Produkte ohne CAD/CAM entstehen könnten. Die CAD/CAM-Geschichte begann hier mit CAM. Ab 2001 wurde Solidcam eingeführt. Dort bestand offensichtlich der größte Druck, die Zerspanung nicht nur immer präziser, sondern auch effektiver zu gestalten. Als dann später ein CAD-System eingeführt werden sollte, bot sich Solidworks natürlich an. CAD und CAM sind vollständig integriert, gleicher Kern und gleiche Benutzeroberfläche. Dieser Schritt wurde 2006 vollzogen. "In den Folgejahren haben wir dann viele weitere Produkte von Solidworks gekauft, nämlich Solidworks PDM Professional in 2007, Solidworks Inspection und Simulation 2015 und den Solidworks Composer 2014", wie Matthias Rindermann erläutert. Als Betreuer und Händler fiel die Wahl auf DPS Software. Den Ausschlag für die Entscheidung gab damals die Tatsache, dass DPS eine Niederlassung in der Nähe hatte. Diese Entscheidung war aber goldrichtig, wie man später noch sehen wird.

PDM-Schiene gut ausgebaut

Ebenso wie in der Werkstatt, wo ebenfalls die bestmöglichen Werkzeugmaschinen angeschafft wurden, ist man im Engineering bestrebt gewesen, gleich "oben" einzusteigen. So wurde sofort mit Solidworks PDM Professional begonnen. Diese Version fußt auf Microsoft SQL Server Standard und bietet funktionell mehr Möglichkeiten als die Basisversion. So erlaubt es das System lokal, aber auch weltweit eingesetzt zu werden. Die Skalierbarkeit über weite Grenzen hinweg ist gegeben. Dabei lässt sich die Software einfach implementieren und nutzen. Außerdem steht DPS natürlich immer bereit, Unterstützung zu geben. Das PDM-System hat eine hohe Kompatibilität mit ERP-Systemen und lässt sich dadurch gut in bestehende IT-Landschaften integrieren.

Was die Konstrukteure bei Dreiling sehr schätzen, ist die Suchfunktion im PDM-System. Die gezielte Suche nach bestimmten Teilen und Materialien, aber auch, wer wann was gemacht hat, welche Zusatzdokumente zu einem Teil oder einer Baugruppe gehören. Der exakte Verwendungsnachweis im Baugruppenkontext und die damit komplette Rückverfolgbarkeit sind gegeben. All das ist inklusive Projektzugehörigkeit unwiderruflich geschützt und lässt sich schnell finden. Insgesamt hat Dreiling aktuell 29 PDM-Lizenzen und 23 CAD-Lizenzen installiert. Dazu kommen noch, wie schon erwähnt, je eine Lizenz für Simulation, Composer und Inspection und natürlich die drei Lizenzen für Solidcam.

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Foto: Dreiling Maschinenbau Matthias Rindermann, Qualitätsmanagementbeauftragter und Projektmanager bei Dreiling Maschinenbau.

„Rechnen lohnt sich“ – auch im Maschinenbau

Dazu noch einige Anmerkungen: Solidworks Simulation ist ein anwenderfreundliches Portfolio an Werkzeugen für die Strukturanalyse. Dabei wird die Finite Elemente Analyse (FEM) eingesetzt, um Werkstücke zu berechnen. Das Portfolio umfasst lineare, nichtlineare-statische und dynamische Analysen. In aller Regel kann gesagt werden, Rechnen lohnt sich. Matthias Rindermann: "Wir haben Simulation angeschafft, um zunächst Hubschrauberteile zu berechnen, nutzen es jetzt aber auch im Maschinenbau." Ebenfalls für die Hubschrauber wurde Solidworks Inspection ins Haus geholt. Dieses Paket unterstützt den Anwender dabei, den Vorgang zur Erstellung von Prüfdokumenten sowie die Zwischen- und Eingangsprüfungen zu vereinfachen. Einige Features sind:

  • Zeichnungen automatisch stempeln
  • Optische Zeichenerkennung (OCR), um die Nennbemaßung, Form- und Lage-Toleranzen und die Art der Bemaßung zu erfassen und zu erkennen
  • Erstellung von industriekonformen Prüfberichten (wie etwa 9102, PPAP, ISO 13485) mit nur wenigen Klicks
  • Erstellung von unternehmensspezifischen Berichten mit Hilfe des Vorlagen-Editors
  • Ausgabe und Verteilung von 3D-Daten an einen vorhandenen Prozess

„Faktoren für eine große Zeitersparnis“

Die Ergebnisse von Inspection können im PDM-System verwaltet werden. "Alles in allem sind das Faktoren für eine große Zeitersparnis“, sagt Rindermann. Schließlich können die Anwender mit dem Solidworks Composer schnell grafische 2D- und 3D-Inhalte erstellen, um ihre Produkte und Prozesse klar und deutlich zu veranschaulichen. Mit den Werkzeugen können sie direkt mit 3D-CAD-Daten arbeiten, um qualitativ hochwertige Illustrationen, fotorealistische Bilder und interaktive Animationen zu erstellen. Bei Dreiling werden mit dem Composer u. a. Montageanleitungen, Explosionsdarstellungen, Piktogramme usw. angefertigt, "eben alles, was dem Kunden und den Mitarbeitern das Verständnis des späteren Produkts erleichtert", wie Rindermann ausführt.

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Bei PDM hört's noch nicht auf

Die Prozesskette bei Dreiling hört mit dem PDM-System noch nicht auf. DPS hat für die Thüringer eine Schnittstelle programmiert, um eine Anbindung an das SAP-System Business One zu schaffen. Mit der Freigabe der Teile und Baugruppen wird ein Export angestoßen. Das ERP-System erhält so die Artikelstammdaten und legt diese an, erzeugt die Stücklisten usw. Diese Daten können dann an die Fertigung weitergegeben werden. Die Vorgänge laufen automatisch, so dass gegenüber einer händischen Arbeitsweise auch wiederum Zeit gespart wird, mal abgesehen von der Eliminierung möglicher Fehlerquellen durch manuelle Eingriffe.

Grenzen des Systems?

Rindermann: "Ich kann nur für uns sprechen, aber wir sind mit Solidworks & Co. nicht an Grenzen gestoßen. Unsere Konstruktionsabsichten ließen sich immer umsetzen. Auch mit DPS kommen wir gut klar. Die Kollegen an der Hotline sind wirklich sehr kompetent und konnten unsere Fragen stets beantworten. Ebenso macht der DPS-Vertrieb einen guten Job, die Mitarbeiter dort halten uns immer auf dem neuesten Stand, so dass wir unsere Installation weiter entwickeln können." Einen Stopp der guten Ideen gibt es nicht. Zurzeit arbeitet Dreiling mit Unterstützung der Thüringer Aufbaubank an einem neuen Hybrid-Antrieb für Hubschrauber. Das entsprechende F&E Projekt ist bereits vor einem Jahr gestartet. 

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