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Foto: Inotec AP

Prüftechnik

Ein Universalprüfstand in kompakter Desktop-Ausführung

Die Inotec AP GmbH entwickelt eine Desktop-Variante ihres modularen Universalprüfstands und bietet damit komplexe Prüftechnik im Mini-Format.

In diesen Tagen schließt Hersteller Inotec AP die Entwicklung einer neuen kompakten Desktop-Ausführung seines modularen Universalprüfstand-Systems Smarttester ab. Im Interview erklärt Geschäftsführer Rüdiger Grundt, welche Vorteile sich dadurch für Produktentwickler, QS-Manager und Prüftechniker ergeben.

Universalprüfstand als variables Baukastensystem

Herr Grundt, Sie bezeichnen Ihren Smarttester als Universalprüfstand, der sich in ganz unterschiedlichen Branchen einsetzen lässt. Wie begründen Sie diesen hohen Anspruch?

Rüdiger Grundt: Die Smarttester-Systemwelt folgt streng den Aspekten von Modularität und Flexibilität, so dass sich damit viele verschiedene Szenarien für mechanische, fluidtechnische und elektrotechnische Funktions- und Belastungstests realisieren lassen. Rund um den Grundaufbau und die Energieversorgung kann der Anwender mit Modulen aus Antriebs- und Steuerungstechnik, Mess- und Sensortechnik, Linear- und Profiltechnik sowie der elektrischen und pneumatischen Stell- und Positioniertechnik seinen individuellen Prüfstand gestalten. Außerdem stehen ihm Spannmittel-Kits, Sicherheitselemente und etliche Zubehörpakete zur Verfügung. Er kann sogar die kollaborierenden Roboter von Universal Robots integrieren.

Welchen Einstieg in die Systemwelt Ihres Universalprüfstands empfehlen Sie Ihren Kunden?

Grundt: Die Frage beantwortet sich primär anhand der Dimension der Prüflinge und des Prüfaufbaus. Für kleine bis mittelgroße Bauteile oder Geräte gibt es das Tischmodell mit Spannplatte; für große Produkte hingegen – etwa Fenster und Autotüren – eignet sich die mobile Rackversion. Die Auswahl der Module richtet sich dann nach der Aufgabe. Also ob beispielsweise eine Stoßbelastung zu prüfen ist oder eine elektrische Schaltung oder eine pneumatische Kinematik oder etwas anderes.

Die Basissoftware des Smarttester ist stets gleich; sie wird analog zur Modulauswahl erweitert. Exakt diese Prinzipien gelten nun auch für die neue ID-Serie unseres Prüfstands, deren Entwicklung wir in diesen Tagen abschließen.

All-in-One-Prüfstand für den Desktop

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „ID-Serie“?

Grundt: „ID“ steht für Industrial oder auch Intelligent Desktop und verweist auf das außerordentlich kompakte Design dieses nunmehr dritten Smarttester Grundmodells. Es handelt sich hierbei um einen All-in-One-Prüfstand im Mini-Format. Er dient als preiswerte Einstiegsvariante für Anwender, die keine große Spannplatte benötigen, oder auch als Speziallösung für kleine Prüf- und Automationsaufbauten, die wenig Platz beanspruchen – beispielsweise Zug-Druck-Versuche mit Verbindern und Steckern. Das ID-System lässt sich mit bis zu acht Funktionsmodulen etwa aus Servotechnik, Pneumatik und Sensorik sowie digitalen I/O-Ports bestücken. Er ist portabel, hat einen separaten Touchscreen und braucht zum Betrieb lediglich eine 230 V-Steckdose...

…und dieser Mini-Prüfstand lässt sich dann sozusagen direkt im Büro des QS-Managers betreiben?

Grundt: Ja, die Stellfläche von 40 x 40 cm passt auf jeden Büroschreibtisch. Dazu gibt es außerdem ein passendes Desktop-Rack, in dessen Gehäuse sich dann weitere Systemeinheiten einfach einschieben und mit der Basis des Smarttester ID verbinden lassen. Darauf abgestimmt stellen wir zudem neue Kompaktmodule in Container-Bauweise vor, die sich – weil voll kompatibel – auch für die große Tischvariante des Universalprüfstands nutzen lassen. Wir bleiben hier also unserer Linie „Maximale Flexibilität durch konsequente Modularität“ treu. Das gilt im Übrigen auch für alle weiteren Neuheiten zur Smarttester-Systemwelt, an denen wir derzeit arbeiten.

Können Sie uns dazu schon etwas sagen?

Grundt: Einiges ist noch in der Entwicklung, aber ebenfalls bereits lieferbar sind die neuen Elemente unseres Spannmittel-Baukastens Mechanics. Etwa eine schlanke item Aluprofil-Serie für filigrane Prüfaufbauten, drei weitere Baugrößen von linearen Verstelleinheiten mit Zählwerk, die zur Konfiguration von X-Y-Tischen miteinander kombinierbar sind, sowie vormontierte Prüfplatten verschiedener Größen, neue pneumatische Betätiger und universelle Kniehebel-Spanner. Des Weiteren haben wir unser Angebot um projektspezifische Spann- und Prüfeinheiten auf der Basis von Smarttester Mechanics ergänzt, die der Kunde als Komplettlösung bei uns ordern kann.

Foto: Inotec AP
Ebenfalls neu: Weitere Elemente des Spannmittel-Baukastens Smarttester Mechanics von Inotec AP, zu denen schlanke Aluprofile, weitere Verstelleinheiten mit Anzeige (unten) sowie neue pneumatische Betätiger und Kniehebel-Spanner (oben) gehören.

Dank Flexibilität und Modularität ist quasi alles ist möglich

Wo sehen Sie denn die Grenzen für Ihren Universalprüfstand?

Grundt: Als Tischvariante haben wir den Smarttester erstmals 2015 vorgestellt. Inzwischen finden Sie ihn in vielen Konfigurationen in den Prüftechnik-Abteilungen ganz unterschiedlicher Branchen der B2C- und B2B-Industrie. Hausgeräteanbieter, Klebstoffproduzenten, Automobilzulieferer, Möbelbauer, Werkzeugfabrikanten und viele andere Hersteller nutzen unseren Universalisten im Rahmen ihrer Entwicklungsarbeit und Qualitätssicherung.

Eigentlich hebeln wir ja mit der Flexibilität und Modularität des Smarttester die Schwerfälligkeit des traditionellen Prüfstandbaus aus, und da wir diesen Ansatz durch die Erfindung neuer Basisvarianten und Funktionsmodule konsequent weiterverfolgen, sehe ich derzeit noch keine Grenzen. Zumal wir sowohl für die Entwicklung neuer Systembausteine als auch bei der Realisierung anspruchsvoller Prüfaufbauten aus unserem Knowhow-Fundus als Sondermaschinenbauer in den Bereichen Automatisierung, Produktionstechnik sowie Prüf- und Fügetechnik schöpfen können.

Prüftechniker, Qualitätsbeauftragte und Entwicklungsingenieure dürfen also auch zukünftig mit Neuheiten rechnen?

Grundt: Ja, wir werden hier sowohl große Innovationsschritte machen – wie die Präsentation der neuen Desktop-Version des Smarttester – als auch immer wieder Verbesserungen im Detail vornehmen – wie etwa kürzlich, als wir pneumatische Drehmodule als Alternative zu den servoelektrischen Antrieben in die Modulauswahl mit aufgenommen haben. Und wie sich am Beispiel des im vergangenen Jahr vorgestellten Mechanik-Baukastens zeigt, kann sich ein ursprünglich für den Prüfstand entwickeltes Systemprodukt auch rasch zu einer eigenständigen Produktlinie mit eigener Zielgruppe entwickeln. Die Verbindungselemente- und Spannmittel-Sets der Serie Smarttester Mechanics haben diesbezüglich inzwischen ein reges Eigenleben entfaltet.

Julius Moselweiß

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