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2017 meldeten die Hersteller erstmals mehr Patente für Elektroautos als für konventionelle Fahrzeuge. Schlecht sieht es hingegen bei den kleineren Zulieferern aus.

Märkte

Elektroautos machen es kleinen Zulieferern schwer

Verliert ein Teil der Zulieferer den Anschluss? Beim heutigen Autogipfel geht es unter anderem um die Folgen des Elektroauto-Booms für kleinere Betriebe. 

Wie eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, steigt bei kleineren Herstellern die Zahl der Patentanmeldungen im Bereich der Antriebsstränge für Elektroautos kaum, während die großen Zulieferer schon heute mehr elektrische als konventionelle Neuerungen erfinden.

Es wird der letzte Autogipfel mit Angela Merkel sein, der am Mittwoch in Berlin stattfindet. Wenn die Kanzlerin die Chefs der großen deutschen Autobauer empfängt, wird es auch um die Situation der kleinen Zulieferer gehen. Denn spätestens seitdem die EU-Kommission das Fit-for-55-Paket vorgelegt hat, neigt sich das Zeitalter des Verbrenners in Europa dem Ende entgegen. Bis 2035 sollen in der EU nur noch Pkw mit Null-Emissionen zugelassen werden. Für die Autobauer und Ihre Zulieferer bedeutet das: Umrüsten und ein neues Produktportfolio aufbauen. 

Kleine Zulieferer kommen nicht hinterher

Das IW hat die Patentanmeldungen der Autoindustrie in Deutschland mit Bezug zum elektrifizierten Antriebsstrang ausgewertet. Das Ergebnis: Der Technologiewandel in den Forschungsabteilungen der Großunternehmen ist längst in vollem Gange, doch die kleinen Zulieferer kommen nicht hinterher. Die deutschen Pkw-Hersteller BMW, VW und Daimler tüfteln bereits seit 2015 zunehmend am elektrischen Antriebsstrang: Die Zahl ihrer Patente in diesem Bereich stiegen seitdem stark, während die für den konventionellen Antriebsstrang zurückging. 2017 meldeten die Hersteller erstmals mehr Elektro-Patente an als konventionelle.  

Elektroautos sind auf dem Vormarsch

Und auch die fünf umsatzstärksten Zulieferer steuern klar in eine Zukunft mit Null-Emissionen. Bei ihnen lag der Anteil des klassischen Antriebstrangs an den Patentanmeldungen 2018 zwar noch 2,5-mal so hoch wie beim elektrischen – doch der Abstand schrumpft schnell, da die Zahl der konventionellen Patentanmeldungen sinkt und die für den elektrischen Antriebsstrang steigt. Schlecht sieht es hingegen bei den anderen Zulieferern aus: Hier liegt der Anteil des konventionellen Antriebsstranges bei den Patentanmeldungen noch immer rund 3,5-mal höher als beim elektrischen Antrieb. Anders als bei den Platzhirschen steigt der Anteil im zukunftsträchtigen Bereich zudem kaum.

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Ein Absatzmarkt droht zu verschwinden

Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige der kleinen Unternehmen überhaupt am Elektroantrieb forschen: 2018 waren hier lediglich 37 Unternehmensgruppen mit Patentanmeldungen aktiv. Zum Vergleich: Für den konventionellen Antriebsstrang meldeten 126 Unternehmensgruppen Patente an. Sollten die Unternehmen es nicht schaffen, ihre Forschung und Entwicklung zukunftsfähig zu machen, müssen sie in den nächsten zehn Jahren mit einem deutlichen Geschäftsrückgang und perspektivisch mit dem Verschwinden ihres Absatzmarktes rechnen. 

Enno Kohlisch, Oliver Koppel, Malte Küper, Thomas Puls

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