Einlaufseite des Aluminium-Folienwalzwerkes
Foto: Achenbach-Buschhütten

Software

Fortschritttracking in Echtzeit visualisieren

Achenbach-Buschhütten optimierte sein Prozessmanagement im Walzwerkanlagenbau. Das Unternehmen stellte auf diese Software um. Das ist das Ergebnis.

Zur Überwachung des Prozessmanagements im Anlagenbau suchte Achenbach-Buschhütten, Hersteller für Nicht-Eisen-Metall-Walzwerkanlagen und Folienschneidmaschinen, nach einer Lösung für Fortschrittstracking und Zeitplanmanagement in Echtzeit. Zwar werden die Maschinen im westfälischen Kreuztal gefertigt und vormontiert, werden aber erst beim Kunden final montiert.

Wieso eine Digitalisierung des Fortschrittstrackings nötig wurde

Das traditionsreiche Familienunternehmen Achenbach-Buschhütten setzt schon in der achten Generation voll auf Metall. 380 Mitarbeiter fertigen in Kreuztal seit 1888 Walzwerkanlagen und Folienschneidmaschinen für die NE-Metall- und Veredlungsindustrie in über 60 Ländern. Thomas Lautwein, Leiter des Baustellenmanagements: „Verlässt eine Maschine in vormontierten Baugruppen unser Haus, befindet sie sich in einem geprüften und einwandfreien Zustand. Doch hier endet unsere Zuständigkeit nicht, denn der Kunde plant mit einer fristgerechten Installation und Übergabe an einem uns fremden Ort.“ Je nach Auftrag sind der 61-Jährige und seine Kollegen für Wochen und Monate in Aufsichtsfunktion oder für Komplettmontage unterwegs. Ungeliebte, weil zeitintensive Aufgabe war bislang das Dokumentenmanagement auf der Baustelle, genauer das Handling einer großen Anzahl von Excellisten beispielsweise zur Verrohrung und Verkabelung der Anlage. Eine genaue und aktuelle Erfassung des Fortschritts im Prozess des Aufbaus verlangte ihnen zudem einiges ab. „Obwohl kontinuierliche Statusmeldungen in die Heimat durch Telefonate und viele E-Mails erfolgten, herrschte angesichts drohender Fristüberschreitungen und möglicher Vertragsstrafen selten totale Klarheit über das Vorankommen, sich andeutende Probleme oder die weitere Dauer des Anlagenbaus“, räumt der gelernte Industriemeister ein. Die Suche nach einem verständlichen Programm begann, das unkompliziertes Fortschrittstracking mit hoher aktueller Aussagekraft verknüpft. Nur mit einem minimalen Aufwand auf der Baustelle und intuitiver Nutzbarkeit ließe sich laut Lautwein eine hohe Akzeptanz bei den Anwendern erreichen.

Die Suche nach einer geeigneten Software für Prozessmanagement

Auf dem VDMA Baustellentag 2015 lernten die Siegerländer die Prozessmanagement-Software Coman kennen. Coman visualisiert die gesamte Prozesskette von Beschaffung über Aufbau bis Produktionsstart in Echtzeit mittels grafischer „Smart Objects“. Die Software verknüpft Terminplanungen involvierter Parteien, Mängeltracking und Fortschrittsprozesse in einer zentralen Datenbasis. Mit Hilfe durchgängiger Digitalisierung zeigt sie Planabweichungen an und ermöglicht Verantwortlichen frühzeitiges Beheben von Fehlentwicklungen. Das führt zu Zeit- und Kosteneinsparungen in allen Projektphasen. Ob auf Desktop- oder Mobilgeräten – Nutzer sehen jederzeit den aktuellen Projektstatus eingebundener Auftragnehmer und Lieferanten. Das Tool kombiniert automatisch das digitale Layout der Bauplanung, also 2D- und 3D-CAD-Zeichnungen, mit einer detaillierten Terminplanung der einzelnen Objekte und den Teilnehmern des Projektes. Den sich bis dato monothematisch in der Automobilindustrie bewegenden Entwicklern gelang die erfolgreiche Transformation ihrer Lösung für die Maschinenbaubranche.

Coman wird den Bedürfnissen von Achenbach-Buschhütten angepasst

Foto: Achenbach-Buschhütten

So sieht der visualisierte Terminplan mit Coman aus. Er zeigt das Fortschritttracking beim Aufbau eines Folienwalzwerks in Echtzeit.

In engem Austausch entwickelten die Coman-Spezialisten ihre bestehende Applikation weiter, damit die Standardsoftware ebenfalls für die Bedürfnisse des Sondermaschinenbaus passte. Sie kam erstmals in einem Pilotprojekt in Brasilien zum Einsatz. Der automatische Import von beliebig formatierten Excellisten ermöglichte dort unter anderem die visuelle Darstellung von drei Kilometer Rohrleitung einer Walzwerkanlage. Technische Unterlagen verortet das Tool auf dem Layout. „Mit der cloudfähigen Anwendung auf dem Laptop bewegen sich unsere Führungsmonteure über die Baustelle und melden darin per Klick den Status des betreffenden Elements in Mechanik, Verrohrung oder Elektronik. Auch kurze, bauteilbezogene Kommentare finden Platz“, freut sich Thomas Lautwein über den digitalen Progress. Coman integriert neben den Querschnitten der Walzwerke sogar weitergehende CAD-Bilder, wie die des Kellergeschosses mit Elektrik und Ölabscheider, die es den Designern in Kreuztal erlauben, Maschinen an örtliche Gegebenheiten anzupassen. Fehlendes Internet führt nicht zu Arbeitsunterbrechungen, denn das Programm arbeitet problemlos offline. Auch auf mobilen Geräten wird der lokale Datenbestand synchronisiert, sobald eine Internetverbindung besteht. Im Vergleich zur Vorgehensweise der Vergangenheit bedeutet das in Summe eine enorme Zeitersparnis – gewonnene Zeit für wichtige Tätigkeiten auf der Baustelle.

Prozessergebnisse in Echtzeit nachverfolgen

Landeten bis vor kurzem wochenalte Dokumentationen auf den Schreibtischen von Abteilungsleitung und Geschäftsführung, veranschaulicht die auf Echtzeitergebnissen basierende Grafik in Coman nun auf einen Blick die Plan-Ist-Darstellung. Sie lässt erkennen, wo sich Defizite verbergen, und hilft bei der realistischen Einschätzung des Manntage-Gerüsts. Da auch die Zulieferer zwingend mit der Lösung arbeiten müssen, erreicht Achenbach-Buschhütten neben einer hohen Standardisierung eine strukturierte und effiziente Baustellenabwicklung.

Stetige Weiterentwicklung des Programms

Von den insgesamt 65 Coman-Nutzern bei Achenbach-Buschhütten arbeiten 20 Anwender an vorderster Front auf der Baustelle. Kommen im Alltagsbetrieb Fragen auf, die Thomas Lautwein nicht beantworten kann, hilft Coman Software umgehend. Durch den direkten Draht zum Entwickler und die enge Zusammenarbeit geschieht der Austausch über geplante Funktionserweiterungen des kontinuierlich weiterentwickelten Programms automatisch. Schulungsaufgaben übernimmt der Leiter des Baustellenmanagements persönlich: „Das fein justierbare Rechtemanagement, die stets stabile Verbindung zu den Coman-Servern und die selbsterklärende Architektur der Software sorgen dafür, dass das Briefing für Neulinge auf der Baustelle nur maximal zwei Stunden dauert.“ Der seit 28 Jahren beim Familienunternehmen tätige Experte stellt dem Tool ein sehr gutes Zeugnis aus: „Es hat sich bewährt und verbessert die Planung und Abwicklung von Außenbaustellen enorm. Seit 2017 läuft Coman bei uns unabkömmlich im Regelbetrieb und findet zudem beim Mängeltracking Anwendung.“

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