Foto: Fraunhofer PAZ

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Fraunhofer PAZ wird erweitert

Das Fraunhofer PAZ wird für 10 Mio. EUR erweitert. Die zusätzliche Nutzfläche von rund 1.000 m² soll gleich für mehrere Anwendungen dienen.

Das Fraunhofer-Pilotanlagenzentrum für Polymersynthese und -verarbeitung PAZ in Schkopau (Saalekreis) wird mit Mitteln der Europäischen Union, des Landes Sachsen-Anhalt und der Fraunhofer-Gesellschaft erweitert. Für 10 Mio. EUR werden rund 1.000 m² Nutzfläche geschaffen und mit modernen Maschinen ausgestattet. Das Pilotanlagenzentrum wird für Anwendungen im Leichtbau, digitale Bauteilentwicklung und Produktionsprozesse in der Kunststoffverarbeitung ausgerüstet. Diese sind für Industrie 4.0 optimiert.

Was macht das Fraunhofer PAZ genau?

Die Forschungseinrichtung in Schkopau bietet Lösungen, neue Polymerwerkstoffe und entsprechende Bauteile für diese Anwendung zu fertigen. Seit 2005 versorgt das PAZ seine Kunden mit Materialkompetenz. Die Besonderheit hier: Neue Polymerprodukte und -Technologien werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt und optimiert – vom Monomer über die Polymersynthese und Kunststoffverarbeitung im Pilotmaßstab bis hin zum geprüften Bauteil nach Maß. Das Fraunhofer PAZ wird gemeinsam vom Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle (Saale) und dem Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm betrieben.

„Mit dem Ansatz, unsere Kompetenzen zu bündeln und Unternehmen mit unseren technischen Möglichkeiten vor allem beim Scale Up in den produktionsnahen Maßstab zu unterstützen, sind wir sehr erfolgreich. Durch die Erweiterung werden wir darüber hinaus zu einem Anwendungszentrum für digitale Lösungen in der Kunststoffindustrie.“, sagt Prof. Peter Michel, Leiter des Bereichs Polymerverarbeitung am Fraunhofer PAZ. „Von der Materialzusammensetzung über das Design und die Sensorierung von Bauteilen bis hin zur Anpassung der Produktionsprozesse, um die Potenziale der Industrie 4.0 voll auszuschöpfen, – in all diesen Bereichen verändert die Digitalisierung die Branche rasant. Wir stellen am Fraunhofer PAZ die Lösungen bereit, damit Unternehmen nicht nur vorbereitet sind, sondern von diesen Entwicklungen profitieren können“, so Michel.

Das umfasst die neue technische Ausstattung

Neben umfangreicher neuer Infrastruktur rund um den “digitalen Zwilling“ von Werkstoffen wird zur erweiterten technischen Ausstattung im Bereich der Polymerverarbeitung künftig auch ein Innenmischer zur Verarbeitung verschiedenster Elastomer-Komposite gehören, ebenso wie hochschnelle Handlinggeräte und -maschinen für die Herstellung von thermoplastischen Faserverbund-Bauteilen.

Auch für den Einsatz biobasierter Materialien und für Reifenanwendungen wird das erweiterte Pilotanlagenzentrum mehr Möglichkeiten bieten. Ein weiter ausgebautes Spezialgebiet am Fraunhofer PAZ ist die Herstellung von UD-Tapes. Diese Leichtbautechnologie ermöglicht es, Fasern aus Glas, Kohlenstoff oder anderen Materialien in faserverstärkten Kunststoffen gezielt so zu orientieren, dass sie dem späteren Lastverlauf im Bauteil optimal entsprechen. So entstehen hochbelastbare Bauteile mit sehr geringem Gewicht, beispielsweise geeignet für Metallbauteile im Auto durch leichtere Kunststoffe zu ersetzen und somit Fahrzeuggewicht und Emissionen zu senken.

„Diese Themen passen zur Innovationsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt, ebenso wie der Fokus auf die Digitalisierung. Deshalb unterstützen wir den Ausbau des Fraunhofer PAZ sehr gerne.“, sagt Hans-Joachim Hennings, Abteilungsleiter Innovation, Wirtschaftsförderung und Digitalisierungsprojekte im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Er nahm im Beisein von Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik den Spatenstich am 01. November 2018 für den Erweiterungsbau vor. „Im Pilotanlagenzentrum werden Lösungen und Wettbewerbsvorteile unmittelbar für die Unternehmen der Region geschaffen und das nicht nur für die Kunststoffindustrie, sondern über viele Branchen hinweg. In dieser Rolle, auch im Rahmen des vom Land unterstützten Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik, stärken wir das Pilotanlagenzentrum durch die neuen Möglichkeiten.“, so Hennings.

Bis 2020 werden die Baumaßnahmen abgeschlossen und die neuen Geräte installiert sein. „Wir freuen uns sehr über die Förderung, denn so können wir einerseits der wachsenden Nachfrage unserer Kunden begegnen, andererseits strategische Wachstumsfelder wie den thermoplastbasierten Faserverbundleichtbau sowie maßgeschneiderte Elastomere-Komposite noch besser bearbeiten. Damit sind wir bestens aufgestellt, um auch für den künftigen Bedarf unserer Auftraggeber eine führende Position einzunehmen.“, sagt Prof. Peter Michel.

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