Damit kann ein Fahrrad sowohl Fully als auch Hardtail sein: Die neue Federung von Trek Bicycle setzt auf Dichtungs-Knowhow von Freudenberg.
Foto: Freudenberg

Dichtungen

Fully oder Hardtail? Diese Federung kann beides

Eine neuartige Federung von Trek Bicycle löst den bei Mountainbikes bestehenden Zielkonflikt zwischen starren Hardtails und vollgefederten Fullys.

Dank einer innovativen Federung von Trek Bicycle könnte die Frage, ob ein Fully oder Hardtail die richtige Wahl für die nächste Tour ist, quasi überflüssig werden. Die besonders platzsparende Dichtungskonstruktion von Freudenberg Sealing Technologies unterstützt dabei die Integration des Federbeins in den Rahmen und sorgt für geringen Wartungsbedarf.

Fully vs. Hardtail: Wie viel Federung brauche ich?

Ein gefedertes Vorderrad gehört zur Standardausstattung hochwertiger Mountainbikes. Doch darüber, ob auch die Hinterachse mit einer Federung ausgestattet werden sollte, diskutieren Fahrer noch immer leidenschaftlich. Für die klassische Hardtail-Variante ohne Federung spricht die höhere Effizienz. Anhänger der vollgefederten Variante, auch Fully genannt, argumentieren mit dem besseren Fahrkomfort und einem kontrollierten Fahrverhalten, da der Reifen auch in schwierigem Gelände mehr Bodenkontakt hat.

Was die neue Federung von Trek Bicycle so besonders macht

  • Mit dem „IsoStrut“-System bietet der Hersteller Trek aus Waterloo (Wisconsin, USA) nun die perfekte Lösung. Das Federbein ist dabei vollständig in den Rahmen integriert, was die Komponentenanzahl und das Gewicht im Vergleich zu einem klassischen vollgefederten Rad deutlich reduziert.
  • Die Radführung übernehmen zwei Sattelstreben, die starr mit dem Federbein verbunden sind. Dadurch ergibt sich eine hohe Steifigkeit in der Seitenführung. Die Dämpferrate kann vom Fahrer frei eingestellt werden.
  • Dichtungen von Freudenberg Sealing Technologies sorgen dafür, dass das Hightech-System auch unter harter Beanspruchung im Gelände wartungsarm bleibt. Sie halten das System frei von all dem Staub, Schlamm und Schmutz, der mit dem Mountainbike-Fahren einhergeht.

Geometrie der Dichtlippen an den Bauraum angepasst

Zwei Dichtringe halten im dynamischen Betrieb das Öl im Federbein und schützen das System vor dem Eindringen von Staub und Spritzwasser. Die Herausforderung für den Dichtungsentwickler Simon Watling von Freudenberg Sealing Technologies bestand dabei vor allem in den Abmessungen, die durch die rahmenintegrierte Bauweise der Federung vorgegeben sind: „Uns stand für die Dichtung ein Bauraum von nur drei Millimetern zur Verfügung.“ Mit einem Standardprodukt war diese Anforderung nicht zu lösen, daher fand Watling eine neue Designvariante, in der die Geometrie der Dichtlippen exakt an den Bauraum angepasst ist.

Spezieller Werkstoff für die Dichtung

„Eine weitere Herausforderung bei derart kleinen Bauteilen besteht in den Fertigungstoleranzen“, erläutert Watling. „Schon Abweichungen von wenigen Zehntel Millimetern sind relativ zur Bauteilgröße zu viel.“ Deshalb setzt Freudenberg in diesem Marktsegment auf Nitrilkautschuk als Dichtungswerkstoff: Er weist in einem Temperaturbereich von -30 bis 100° C ein definiertes Verformungsverhalten auf.

Minimierte Haftreibung

Zudem sind Konstruktion und Werkstoff auf niedrige Reibung hin optimiert. Wichtig ist aus Fahrersicht besonders, die Haftreibung zu minimieren, sodass die gewünschte Dämpfer-Feder-Rate nicht von der Dichtung beeinflusst wird. Für den Fall, dass das Rad einige Tage stillstand und sich weniger Schmieröl an den Kontaktflächen befindet, verändert sich infolge der niedrigen Reibung das Federungsverhalten beim Losfahren nicht spürbar.

Gemeinsam ans Ziel

Geprüft wurde die neue Dichtungslösung zunächst mit Simulationsprogrammen, welche die Freudenberg-Ingenieure normalerweise in der Automobilentwicklung verwenden. Danach ging es in reale Tests auf Prüfständen und vor allem auch auf Geländefahrten. Seit Ende 2019 bewährt sich das Isostrut-System im Cross Country Mountainbike Trek Supercaliber. Und das sowohl im Serieneinsatz als auch im Cross Country World Cup.

„In meinem Berufsleben habe ich selten so engagierte Produktentwickler getroffen wie bei Trek Bicycle“, sagt Watling über die Zusammenarbeit. „Das war sehr motivierend.“ Gemeinsam mit dem Fahrradhersteller arbeitet er bereits an einer neuen Generation der Dichtungen. Sie sollen künftig noch kompakter ausfallen, um einen größeren Federweg zu ermöglichen.

Qualitätskomponenten auch bei Endkunden gefragt

„Das Marktsegment der hochwertigen Freizeitgeräte gewinnt für uns an Bedeutung“, sagt Oswaldo Anaya, Marketing Manager bei Freudenberg Sealing Technologies. Noch dominieren bei Freizeitfahrzeugen zwar Katalogprodukte, die vor allem über den Preis verkauft werden. Doch Anaya zeigt sich optimistisch: „Je höher die Ansprüche der Kunden werden, desto wichtiger ist es für die Hersteller, Qualitätskomponenten zu verwenden.“

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