Image
Grünstrom-Power für die Industrie – Direktabnahmeverträge erleichtern den Energieumstieg, weiß Ferdinand Egger, Vertriebsleiter beim EVD.
Foto: Energie Vertrieb Deutschland EVD
Grünstrom-Power für die Industrie – Direktabnahmeverträge erleichtern den Energieumstieg, weiß Ferdinand Egger, Vertriebsleiter beim EVD.

Strategie

Grünstrom-Power für die Industrie

Grünstrom-Power für die Industrie – Direktabnahmeverträge erleichtern den Energieumstieg.

Alle sind sich einig: Die Energiewende muss zwangsläufig konsequenten Anklang in allen Bereichen der Gesellschaft finden, um das von der UN gesetzte Ziel, eine Erderwärmung von 1,5 ° bis 2023 nicht zu überschreiten, auch letztendlich zu erreichen – die Preise für den dafür dringend nötigen grünen Strom schießen aktuell allerdings in bisher nie dagewesene Höhen, wodurch die deutschen Unternehmen, auch die Industrie,  neue Strategien für den Erwerb günstigerer Tarife erschließen müssen. Als oft kosteneffizientere Lösung entpuppen sich die sogenannten Power Purchase Agreements (PPA) – Direktabnahmeverträge zwischen Stromproduzent und Verbraucher. Meist über Wind- oder Solarenergie getragen, verbreitet sich dieses Modell vermehrt in der Industrielandschaft. „Wir beobachten derzeit in der deutschen Wirtschaft vor allem in energieintensiven Unternehmen einen Run auf den PPA-Markt“, so Ferdinand Eggert, Vertriebsleiter und Prokurist bei der Energie Vertrieb Deutschland EVD GmbH. Zahlreiche Windraftwerke fallen jedoch bereits seit Anfang 2021 aus der Förderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), ausreichend neue Bauprojekte sind derzeit noch nicht in Blickweite. „Um diese Ökostromlücke zu schließen, braucht es finanzstarke Partner, die im Zuge einer Nachhaltigkeitsstrategie Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit zeigen“, schildert Eggert.

Langfristig zum Erfolg – Grünstrom-Power für die Industrie

Verschärfte Klimaziele der Regierung setzen die Industrie zunehmend unter Druck, sich eigene Quellen für die benötigte Energie aufzubauen. Durch die immer weiter voranschreitende Elektrifizierung industrieller Prozesse benötigen Unternehmen mehr Strom. Chemiekonzerne, Zementwerke, Betreiber von Rechenzentren oder Bahnunternehmen gehören beispielsweise zu den Intensivnutzern, die je nach Größe einen Bedarf an Strom im mehrstelligen Megawatt-Bereich decken müssen. Problematisch zeigt sich aktuell die Entwicklung an der deutschen Strombörse (EEX). Diese verzeichnet auch zum Jahresende immer weiter steigende Preise und Prognosen über einen frühzeitigen Rückgang dieser Zahlen lassen sich ebenfalls nicht eindeutig treffen. „In der aktuellen Situation gilt deswegen der Abschluss eines PPA-Vertrages als eine vielversprechende Lösung, über einen Festpreis Marktrisiken zu minimieren. Zuallermeist sprechen sich große Unternehmen für eine langfristige Zusammenarbeit aus“, erklärt der Experte. Eine Laufzeit von etwa zehn bis 15 Jahren bietet auch den Erzeugern der erneuerbaren Energien die benötigte Sicherheit einer garantierten Abnahme. Das betreffende Unternehmen profitiert von einem direkten Energiebezug aus einem großen Windkraftpark oder einer Fotovoltaik-Freiflächenanlage.

Noch lange nicht ausgedient

Erreicht eine Windkraft- oder Solaranlage eine Lebens- und Förderdauer von über zwanzig Jahren, dann stehen ihr keine monetären Zusatzleistungen mehr aus dem EEG zu. Von diesem Zeitpunkt an stellen sich Betreiber die Frage nach der Wirtschaftlichkeit, auf die mehrere Faktoren Einfluss nehmen. „Einerseits müssen Sie die technischen Voraussetzungen vorhalten und die damit zusammenhängenden Prüfungen zu Sicherheit und Technik bestehen, andererseits muss sich der Weiterbetrieb für den Betreiber auch lohnen“, erklärt Eggert. Der Preis muss also die laufenden Kosten und die für den Weiterbetrieb gegebenenfalls notwendigen Investitionen übertreffen. Eine freie Vermarktung eines solchen Projektes bringt allerdings Marktpreis- sowie Ausfallrisiken mit sich. Als Win-Win-Situation stellen sich hingegen Power Purchase Agreements heraus – Betreiber bekommen weiterhin kalkulierbare Einnahmen, Abnehmer schmälern die Risiken und verbessern ihre CO2-Bilanz. „Üblicherweise sind PPA-Verträge mit einer etwas kürzeren Laufzeit von einem bis zu fünf Jahren gerade für Akteure mit einem mittelgroßen Volumen zwischen fünf bis 20 Gigawattstunden interessant“, spricht der Experte aus Erfahrung. Alten Grünstrom-Anlagen hauchen PPAs so neues Leben ein.

Preis im grünen Bereich?

Lange Zeit galten Direktverträge zwischen Energieerzeuger und Industrie als wenig lukrativ, da Förderung über das EEG stets eine rentable Vergütung für jede Kilowattstunde und damit auch eine unumstößliche Investitionssicherheit bot. Ohne diese Förderung und mit zusätzlich sinkenden Preisen für den Bau von Wind- sowie Solarparks ändert sich die Lage zugunsten der großen Verbraucher. Anders sieht die Situation an der Strombörse aus: „Momentan steigen die Großhandelspreise auf dem Terminmarkt an der EEX immer weiter an, woraus sich neue Höchststände ergeben, die es so schon Jahre nicht mehr gegeben hat“, beschreibt Eggert. Hohe Werte, die sich aus verschiedenen Faktoren ergeben. „Als Bewertungsgrundlage für die Preisgestaltung bei PPA dient nicht nur der aktuelle Marktpreis und die Profilwerte, sondern ebenfalls das Wetterrisiko, das erneuerbare Energien zwangsläufig mitbringen, sowie Vermarktungskosten und Risikoabsicherungen“, führt er aus. Läuft ein Handel auf dem direkten Weg mittels PPA, fällt ein Teil der Zuschläge weg, die bei der Energiebeschaffung über die Börsen anfallen. Dadurch können, nicht zuletzt bei den aktuellen Marktbedingungen, meist günstigere Energiepreise für den Abnehmer erzielt werden. Unternehmen, die sich für eine Zukunft mit einer Energieversorgung über Ökostrom vorbereiten, finden im Power Purchase Agreement also die richtige Strategie.

Energie Vertrieb Deutschland EVD

Im Jahr 2013 gegründet, liefert Energie Vertrieb Deutschland EVD GmbH seit 2014 Strom im B2B-Bereich mit Schwerpunkt auf den inländischen Mittelstand und Industrie. Sie ist ein Tochterunternehmen der Energi Danmark A/S, eines seit 1993 agierenden und führenden Energiehandelshauses im skandinavischen Raum. Mit unterschiedlichen Möglichkeiten, vom Festpreis für mehrere Jahre über Strategie- und Spotverträge bis hin zum Portfolio Management, bietet EVD seinen Kunden die maximale Flexibilität in der Strombeschaffung und somit beste Chancen, von den Schwankungen des Energiemarktes zu profitieren. Zu den Kunden der EVD zählen namhafte Big Player aus unterschiedlichsten Branchen wie Lebensmittelindustrie, Logistik, Pharma, Maschinenbau oder Multisite-Kunden mit zahlreichen Standorten, aber auch viele mittelständische Unternehmen sowie öffentliche Institutionen. Ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensphilosophie bildet ebenfalls der immer mehr in den Fokus rückende Vertrieb von Ökostrom sowie die Stärkung der klimaneutral agierenden Industrie. Dabei stellt EVD den Kunden jegliche Arten von Grünstrom in allen Qualitätsstufen ohne Einschränkungen zur Verfügung.

5G – positiver als sein Ruf

Wie lange noch, bis sich 5G in Deutschland durchsetzt? Eine Umfrage von Yougov zeigt, dass zumindest Verbraucher die Technologie immer positiver sehen.
Artikel lesen
Image
offshore_windpark_energie.jpeg
Foto: halberg - stock.adobe.com

Märkte

100 Mio. EUR Förderung für grünen Offshore-Wasserstoff

Millionen-Förderung für Magdeburger Offshore-Projekt: Windenergieanlagen mit integriertem Elektrolyseur demonstrieren die Gewinnung von grünem Wasserstoff.

Image
Die Verwendung von Gleichstrom ist ein wichtiger Baustein zum Erreichen der Energiewende. Bei der Verkabelung für Gleichstrom geht Lapp  als Pionier voran und verfügt bereits über ein Leitungsportfolio für verschiedenste Anwendungen.
Foto: Lapp

Industrieelektronik

Gleichstrom-Leitungen für die Energiewende

Diese neue Einzelader-Leitung für Gleichstromanwendungen ist insbesondere für den Einsatz in Energiespeichersystemen prädestiniert.

Image
puls_hutschiene_netzteil.jpeg
Foto: Momentscatcher / Adobe Stock

Energietechnik

Stromversorgung für hohe Anforderungen in der Marine

Diese Stromversorgung erfüllt die speziellen Anforderungen im Bereich der Marine und kann dort direkt auf der Brücke oder an Deck eingesetzt werden.

Image
kuka_rwth_vdma.jpeg
Foto: RWTH Aachen / VDMA

Interviews

Automobilindustrie: Bringt Wasserstoff den Wandel? 

Elektromobilität ist weltweit ein wichtiger Baustein der Energiewende. Könnte Wasserstoff dabei eine zentrale Rolle für die Automobilindustrie einnehmen?