Detlef Sieverdingbeck moderierte das erste virtuelle Harting Experts Camp. Auch auf Fragen der Teilnehmer wurde im Anschluss der Veranstaltung eingegangen.
Foto: Erik Schäfer

Veranstaltungen

Harting Experts Camp gestartet

Über die Kommunikationsplattform Go-To-Meeting startete Harting am 6. Mai seine Auftaktveranstaltung zur Webinarreihe „Harting Experts Camp“.

Detlef Sieverdingbeck, Leiter Zentralbereich Corporate Communication and Branding der Harting Technologiegruppe, moderierte die rund 50-minütige Presseveranstaltung zum Auftakt des Experts Camps und sammelte auch die Fragen der Teilnehmenden ein, um sie am Ende der Produktvorstellungen dann den einzelnen Vortragenden zu stellen.

Foto: Erik Schäfer
Detlef Sieverdingbeck moderierte das erste virtuelle Harting Experts Camp. Auch auf Fragen der Teilnehmer wurde im Anschluss der Veranstaltung eingegangen.

Welche Neuheiten wurden im Rahmen des Auftakts zum Experts Camp vorgestellt?

Prozessoptimierung mit Mica

Den Auftakt machte Dr. Robert Rae, Geschäftsführer von Perfact Innovation aus Herford, einem langjährigen Partner von Harting. Dr. Rae stellte IT-Lösungen vor, bei dem die Harting-Mica sozusagen als Edge-Device funktioniert, um Daten aus der Feldebene vorzuverarbeiten. „Wir haben den Anspruch die Prozesse der Kunden zu optimieren. Dazu verbinden wir Standardmodule mit vorhandenen ERP-Systemen der Kunden. Eine Idee ist es mit der Mica als Edge Device in Brownfield-Anlagen nachzurüsten und das Wartungsmanagement zu organisieren. Wir sehen unseren Schwerpunkt darin, Daten für IT-Systeme bereitzustellen. Dabei geht es nicht darum, „nur“ Daten zu generieren, sondern Ereignisse. Die bidirektionale Kommunikation nutzen wir unter anderem, um zustandsorientierte Wartungsarbeiten zu koordinieren.“ Sein Kollege Bastian Kuhlmann zeigte an einem Beispiel, wie sich dank der Harting-Mica Kundenaufträge vom Smartphone direkt an die Maschine weitergeben und ausführen lassen kann und die vorverarbeiteten Daten aus der Anlage in die Cloud gelangen und aufbereitet werden.

Foto: Erik Schäfer
Dr. Robert Rae, Geschäftsführer von Perfact Innovation stellte IT-Lösungen mit Harting-Mica vor. Dazu sollen Standardmodule der Kunden mit vorhandenen ERP-Systemen verbunden werden.

Vom einfachen Sensor zum intelligenten Gerät

Von der Harting-Tochter Perinet aus Berlin war Dr. Karsten Walther dabei. Perinet hat sich intelligenten Sensor-2-Cloud-Komponenten für IoT, IIoT & Industry 4.0 verschrieben: „Wir konzentrieren uns auf die nahtlose Anbindung von Sensorik und Aktorik an IT-Systeme (z.B. ERP), um Transparenz und Analytik in der operativen Wertschöpfungskette zu verbessern.“ Dr. Walther erklärte, wie mit Hilfe von Perinet Seamless IoT Connectivity-Komponenten der Wandel vom einfachen Sensor zu einem intelligenten Gerät“ erfolgen kann. „Informationen statt Daten“, heißt da die Devise. Wenn der Kunde jedoch „nur“ Rohdaten senden wünscht, dann ist das natürlich auch möglich.

Foto: Erik Schäfer
Dr. Karsten Walther, Perinet hat das Ziel der nathlosen Anbidung von Sensorik und Aktorik an IT-Systeme im Fokus.

Industrielle Standard-Schnittstelle für SPE T1 Industrial

Ralf Klein, Managing Director von Harting Electronics erläuterte unter anderem die Entwicklung von Single Pair Ethernet und dem SPE Industrial Network, das Harting zur SPS 2019 vorstellte: „Wir sind auf einem guten Weg. Am Anfang starteten wir mit sieben Unternehmen. Mittlerweile sind wir bei knapp über 20 Mitgliedern.

Wir wollen weitere Partner finden und unsere Kunden begeistern. Die Mitglieder setzen auf den Standard von Harting, um kompatible Geräte dazu zu entwickeln. Vorteil unseres komplett neu designten SPE-Steckverbinders sind hohe Datenraten, hohe Signalqualität und hohe Schirmung. Die Leitungen sind exakt gleich lang am Stecker. Damit sind wir fit für zukünftige Standards, die über 1 Gigabit hinausgehen. Ethernet ist das Backbone der industriellen Kommunikation in der Industrie, der Gebäudeautomatisierung und bei Autos. Unser Fokus ist die Industrie, der Maschinenbau, die Automatisierung und die Robotik. Single Pair Ethernet ist eine Zukunftstechnologie. Die Firma Hirschmann (Belden-Gruppe) entwickelt bereits erste Geräte, die auf der SPE-Technik aufsetzen.

Foto: Erik Schäfer
Ralf Klein, Managing Director von Harting Electronics, sprach über die Entwicklungen des Single Pair Ethernet und dem SPE Industrial Network. Beides wurde auf der SPS 2019 vorgestellt.

DC-Industrie – Designstudie

Norbert Gemmeke, Managing Director bei Harting Electric, zeigte Beispiele vom Einsatz von Harting-Steckverbindern für Gleichstromanwendungen. „Der Einsatz von DC in industriellen Anlagen wird mit den Erneuerbaren Energien sehr stark zunehmen. Es bedarf Sensorik und Aktorik für sicheres Stecken/Ausstecken. Die Power- und Data-Stecker sind direkt mit der Cloud verbindbar.“ Dann stellte er Beispiele vor, wie den Han Modular-Stecker für Power, Data und Single Pair Ethernet, der im Automatisierungsbereich eingesetzt wird. Ein weiteres Beispiel für das sichere Verbinden von Batteriemodulen ist der Han-S-Speichermodulstecker. Er ist standardisiert und codiert und damit sicher steckbar. Zum Schluss kam Norbert Gemmeke auf die Harting Services zu sprechen: „Digitale Services starten immer mit einem Produkt. Zum Beispiel der Harting Modular für unterschiedliche Kabeleinführungen und, neu, mit Laserbeschriftung.“ Neu ist auch der Konfigurator mit dem man bestimmen kann, wie das Gehäuse aussehen soll: „Nachdem der Kunde sein Han-Steckergehäuse konfiguriert hat, sendet er uns die 3D-Daten. Dann wird das kundenspezifische Steckergehäuse nach Kundenvorgaben gebohrt und gefräst. Das geht ab Stückzahl Eins! In nur wenigen Tagen wird dann das Produkt geliefert.“

Und noch eine Neuheit: Der schwere Steckverbinder (hohe Packungsdichte) Triple D, der eine 130 % höhere Packungsdichte aufweist und damit die Miniaturisierung weiter vorantreibt.

Foto: Erik Schäfer
Norbert Gemmeke, Managing Director bei Harting Electric, zeigte Beispiele vom Einsatz von Harting-Steckverbindern für Gleichstromanwendungen.