Image
rub_falke_radarsensoren.jpeg
Foto: Sebastian Kehr
Im Falke-Projekt soll ein System für eine teilautomatisierte Suche und Sichtung von Verletzten am Einsatzort erforscht werden. Dazu wird eine kontaktlose Vitalparameterdetektion durch Kombination von Video-, Wärmebild- sowie Radarsensoren entwickelt. 

Sensorik

Hier liefern Radarsensoren lebensrettende Informationen

Bei Unfällen oder Katastrophen-Einsätzen unterstützt der „Falke“ aus der Luft. An Bord sind unter anderem Radarsensoren, die wichtige Informationen liefern.

Im Projekt Falke wird ein System für eine teilautomatisierte Suche und Sichtung von Verletzten am Einsatzort erforscht, bei dem eine kontaktlose Vitalparameterdetektion durch die Kombination von Video-, Wärmebild- und Radarsensoren die lebensrettenden Informationen liefern wird. Ein Hochwasser, eine Explosion oder ein Bahnunglück sind nur einige Szenarien, in denen es zu einem Massenanfall an Verletzten kommen kann. Im anfänglichen Chaos soll ein unbemanntes Flugsystem die Rettungskräfte unterstützen: Der Falke misst aus der Luft Vitalparameter wie Herz- und Atemfrequenz von Betroffenen und Verletzten. So kann er Einsatzkräften Entscheidungen erleichtern oder abnehmen und die Versorgung beschleunigen. Ein Team der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat hochauflösende Radarsensoren genutzt, um anhand der Körpervibration der Patienten ihren Herzschlag und ihre Atmung zu rekonstruieren.

Das Falke-System wurde von einem interdisziplinären Konsortium unter Koordination der Docs in Clouds GmbH entwickelt. Dazu gehören neben der RUB die Flyxdrive GmbH, die IMST GmbH und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen. Unterstützt wurde das Konsortium vom Acute Care Innovation Hub der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik RWTH Aachen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 2,3 Mio. EUR.

Image
bmbf_einsatz_falke.jpeg
Foto: Docs in Clouds GmbH Hilfreiche Unterstützung: Der Einsatz von Falke kann bei einem MANV (Identifikation von Verletzten, kontaktlose Vitalparameterdetektion, Datenfusion und teilautomatisierte Sichtung, telemedizinische LNA-Anbindung) wertvolle Informationen liefern.

Sichtung: Eine schwierige Situation für Rettungskräfte

Direkt nach einem Unglück ist die wichtigste Frage: Wie viele Menschen sind wie schwer verletzt? Im Rettungswesen wie auch im Katastrophenschutz hat sich die sogenannte Sichtung der Verletzten etabliert, also ihre Einteilung nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen und die Priorisierung nach ihrer Behandlungsbedürftigkeit. Die ersten Einsatzkräfte vor Ort begutachten alle Personen und ordnen sie einer Kategorie zu: grün (leicht verletzt), gelb (mittelschwer verletzt), rot (schwerverletzt). Nur so ist es möglich, die begrenzten medizinischen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und die Personen mit dem höchsten Behandlungsbedarf zuerst zu versorgen.

Allerdings bedeutet die Sichtung eine hohe psychische Belastung für die Einsatzkräfte. Ihre Entscheidung bestimmt das weitere Schicksal der Verletzten; Fehlentscheidungen können tödliche Folgen haben. Zudem können die sichtenden Einsatzkräfte nicht selbst eine direkte Behandlung durchführen, obwohl die Verletzten diese dringend benötigen.

Radarsensoren: Falke liefert eine Karte mit Informationen zu Verletzten

Hier kann der Falke helfen. Das unbemannte Flugsystem hat Radarsensoren zur Abstandsmessung an Bord, die zum Beispiel Herzschlag und Atemfrequenz bestimmen können. „Technisch ist diese Messung äußerst anspruchsvoll, da es sich bei Bewegung des menschlichen Körpers aufgrund von Herzschlag und Atmung um sehr kleine Auslenkungen handelt, aber gleichzeitig die Flugplattform starken Bewegungen ausgesetzt ist“, erklärt Prof. Dr. Nils Pohl, Inhaber des Lehrstuhls Integrierte Systeme an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB.

Darüber hinaus verfügt der Falke über eine konventionelle Kamera zur Erkennung von Farbveränderungen und Bewegungen sowie die Infrarotthermographie zur Erkennung von Temperaturunterschieden. Ein Sichtungsalgorithmus interpretiert die gewonnenen Informationen. Das Ergebnis: eine Sichtungskategorie für die Verletzten am Boden. Das System liefert eine Übersichtskarte mit einer farblichen Kennzeichnung aller Verletzten. Das macht es unnötig, die Einsatzstelle abzulaufen und nach Verletzten zu durchsuchen.

Foto: Docufy

Hard- und Software

Informationen für alle – unternehmensweit, digital, mobil

Von der Technischen Dokumentation zum Informationsraum mit DOCUFY.

Foto: Reiff

Sensorik

Zugangskontrolle, Desinfektion und Information vereint

Reiff Technische Produkte bietet eine Lösung für verschiedene öffentliche Gebäude, die Zugangskontrolle, Desinfektion und Information kombiniert.

Foto: Docufy

Messen

‚Informationsraum‘ zieht Besucher an

Docufy präsentierte auf der Branchenmesse Tekom den ‚Informationsraum‘. Hier werden Informationsschnipsel durch ein Klassfikationssystem eindeutig adressiert und damit sofort auffindbar.