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Foto: Punchline Company
Der kompakte Locher ist nicht viel größer als eine Packung Kaugummi, bietet aber dennoch die notwendige Kraftübersetzung, um mehrere Blätter gleichzeitig zu perforieren.

Young Professionals

Höhere Kraftübersetzung durch innovatives Hebelsystem

Der European Product Design Award 2021 geht an einen Locher von Münchener Studierenden, der mit seinem neuartigen Hebelsystem zur Kraftübersetzung überrascht.

Studierende der Hochschule München entwickelten mit ihrem Start-up Punchline Company nicht nur einen Locher mit innovativem Hebelsystem und überzeugender Kraftübersetzung, sondern revolutionieren damit auch das herkömmliche Locher-Prinzip, das seit über 100 Jahren nicht verändert wurde.

Dass Maschinenbau-Ingenieure sich mit Mechanik, Werkstoffen, Konstruktion und Technik gut auskennen, ist bekannt. Nicht so geläufig ist, dass Ingenieure häufig auch das Design von Produkten gestalten. Das Start-up Punchline Company hat sich zu Nutzen gemacht, dass neben der Funktionalität auch das Design eine große Rolle spielt – besonders bei Endkundenprodukten. Die Gründer des jungen Start-ups sind Studierende der Fakultät für Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Flugzeugtechnik der Hochschule München. Ziel von Maximilian Kreuz, Shayan Torabi und Yunus Emir war es, den Locher zu revolutionieren.

Hybride Lernumgebung für Virtuelle Produktentwicklung

Eine neuartige Lernumgebung soll Studierenden dabei helfen, zu Experten im Bereich der Virtuellen Produktentwicklung (VPE) in der Industrie zu werden.
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Schlankes Design und neues Hebelsystem für die Kraftübersetzung

Die Gründer entwickelten im Rahmen ihres Studiums an der Hochschule München und gemeinsam mit ihrem Studienkollegen Onurcan Cinar ein innovatives Hebelsystem, das sich vom herkömmlichen Locher-Prinzip deutlich abhebt: Der neue Mechanismus bietet die notwendige Kraftübersetzung, um wie gewohnt mehrere Blätter gleichzeitig zu lochen. Er ermöglicht durch seine Gestaltung jedoch einen kleinen und kompakten Locher, der, nicht viel größer als eine Packung Kaugummi, in jede Tasche passt.

Mit dem neuen Locher gewannen die Studierenden den „European Product Design Award 2021“ in der Kategorie "Office Equipment". Den Preis schreibt ein Zusammenschluss europäischer Design-Magazine europaweit aus. Mittlerweile fertigt und testet das Start-up erste Prototypen. Nächstes Ziel ist die Serienreife. Die Punchline Company plant, den Locher noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen und bereitet für die Finanzierung einer ersten Kleinserie eine Crowdfunding-Kampagne vor.

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Foto: Punchline Company Innovatives Hebelsystem, das sich vom herkömmlichen Locher-Prinzip deutlich abhebt: Den Locher von Punchline Company zeichnet eine praktikable Gestaltung sowie ein ansprechendes Design aus.

Praxisbezug durch anwendungsorientiertes Studium

Der Locher entstand im Rahmen einer Projektarbeit, die Prof. Dr. Andreas Eursch, HM-Professor für Maschinenbau, betreute. In einer praxisnahen Lehrveranstaltung des Bachelor-Studiengangs Maschinenbau wenden die Studierenden in Teams ihre erlernten Kenntnisse und Fähigkeiten sofort in einem realen Projekt an. Das Studium fördert die Studierenden darin, eigene Projekte zu verfolgen und beispielsweise Produkte zu entwickeln. Unterstützt werden sie dabei von der fakultätseigenen Werkstatt unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Rascher. Das hochschuleigene An-Institut „Strascheg Center for Entrepreneurship“ (SCE) fördert die Studierenden dabei, selbst zu gründen – auch parallel zum Studium.