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Foto: IG Metall
Eine Jugendstudie der IG Metall zeigt Corona-bedingte Auswirkungen auf betriebliche und persönlichen Chancen. Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der Industriegewerkschaft sagt: „Wenn Pläne durch die Pandemie zerstört wurden, müssen neue Pläne her.“ 

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IG Metall warnt in Jugendstudie vor „Generation Corona“

Für das berufliche und private Leben junger Fachkräfte zeigt eine aktuelle Jugendstudie der IG Metall gravierende Folgen durch Corona auf. Was ist zu tun?

Die Corona-Pandemie hat die Erwerbs- bzw. Ausbildungssituation, das persönliche Wohlbefinden sowie die Zukunftspläne junger Menschen erheblich beeinträchtigt – zu diesem Ergebnis kommt die neue Jugendstudie „Plan B“ der IG Metall. Gemeinsam mit dem Jugendforscher Simon Schnetzer hat die Gewerkschaft insgesamt 3.229 junge Menschen befragt und kann so ein umfassendes Bild der aktuellen Generation Auszubildender, dual Studierender und junger Beschäftigter zeigen.

Die Besonderheit der zwischen Januar und März 2021 durchgeführten Studie besteht vor allem in der Darstellung der betrieblichen Erfahrungen der jungen Erwachsenen, ergänzt durch Schilderung ihrer persönlichen Situation. So zeigt sich deutlich, wie die Corona-Pandemie die junge Generation beruflich und privat geprägt hat und was sich daraus an Handlungsbedarf ergibt. Und dieser ist dringend: Unter den befragten Auszubildenden berichtet die Hälfte (50 %) von verschlechterter Motivation, 43 % stellen dies für den Praxisbezug ihrer Ausbildung fest. 53 % gehen davon aus, dass sich durch diese Zeit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert hätten.

Appell an die Arbeitgeber: „Tut alles, was möglich ist!“

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, macht deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht: „Wir haben hier schwarz auf weiß vorliegen, in was für einer unsicheren und herausfordernden Situation sich junge Menschen gerade befinden. Wenn Pläne durch die Pandemie zerstört wurden, müssen neue Pläne her und wir stehen alle in der Verantwortung, diese zu begleiten. An dieser Stelle appelliere ich an die Arbeitgeber: Tut alles, was möglich ist! Nutzt die Ausbildungsprämie, denkt an die Zukunft und dass ihr die Fachkräfte in der Transformation dringend brauchen werdet.“

Worst Case: Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel

Sollte die Situation sich für die junge Generation nicht nachhaltig verbessern, ist mit gravierenden Folgen zu rechnen. Ein Anstieg von Jugendarbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel wäre die Konsequenz. Die Alarmsignale dafür bestehen bereits: Erstmals seit der deutschen Einheit ist im Jahr 2020 die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsplätze in Deutschland unter 500.000 gefallen. In der Jugendstudie der IG Metall sagen knapp 40 % der jungen Befragten, sich aufgrund der Corona-Pandemie komplett oder teilweise beruflich umzuorientieren. Viele Jugendliche sind also ohne Perspektive oder müssen sich diese neu schaffen.

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Jugendstudie zeigt Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Doch nicht nur beruflich, auch persönlich hatte die Pandemie-Zeit erhebliche Folgen für die junge Generation. 61 % der Befragten geben an, dass sich ihre psychische Gesundheit währenddessen verschlechtert habe. Fehlende soziale Kontakte, Ängste und Unsicherheit prägen die jungen Erwachsenen. Jeder zweite Befragte (51 %) gab an, das Gefühl zu haben, das eigene Leben nicht mehr kontrollieren zu können.

Das Engagement von starken Betriebsrät*innen sowie Jugend- und Auszubildendenvertretungen während der Corona-Pandemie wird von den jungen Menschen honoriert.  Trotz der großen Herausforderungen wollen sie sich auch selbst weiter engagieren.  78 % sagen, dass es ihnen wichtig ist, sich für eine lebenswerte Zukunft einzusetzen und 76 % geben an, gegen Ungerechtigkeit kämpfen wollen.

IG Metall will „Generation Corona“ verhindern

Christiane Benner sagt dazu: „Beteiligung und Mitbestimmung zu erleben zeigt der jungen Generation, dass es sich lohnt, sich für etwas zu engagieren. Davon können wir als Gesellschaft nur profitieren. Daher gilt: Wir fördern als IG Metall Engagement und Einsatz und machen damit die Mitbestimmung für die junge Generation erfahrbar.“

Damit mittel- oder langfristig keine „Generation Corona“ entsteht, die berufliche oder persönliche Schäden davonträgt, müssen Arbeitgeber und Politik nun unverzüglich handeln. Ausbildungsplätze müssen in guter Qualität erhalten und ausgebaut werden. Wo ausgebildet wird, muss auch übernommen werden. Gleiches gilt für dual Studierende, deren gesetzliche Gleichstellung mit Auszubildenden ein überfälliges Anliegen ist.

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie können hier kostenlos abgerufen werden.

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