Familienunternehmen Findling Wälzlager in dritter Generation: (v.l) Franz Anton Findling gründete die Firma 1919 in Berlin. Sohn Franz Peter übernahm im Alter von 25 Jahren. Seit 2001 ist Klaus Findling Geschäftsführer.
Foto: Findling Wälzlager GmbH

Unternehmen

Jubiläum: Ein Rückblick auf 100 Jahre Findling Wälzlager

100 Jahre Findling Wälzlager – Wie sich das Gespür des Unternehmens für die Bedürfnisse des Marktes in über drei Generationen weiterentwickelte.

Mit jährlich über 16 Mio. verkauften Produkten beweist die Findling Wälzlager GmbH seit genau 100 Jahren Verantwortung und Begeisterung für die Wälzlagertechnik. 1919 in Berlin gegründet, ist man heute ein spezialisiertes und weltweit agierendes Unternehmen.

Foto: Findling Wälzlager GmbH
Der Firmensitz in Berlin noch vor dem zweiten Weltkrieg. Danach verlagerte man die Produktion nach Ettlingen, der Heimatstadt von Franz Anton Findling

Vor 100 Jahren erfolgte die Gründung während des florierenden Marktes der Elektrifizierung

1919 startete Franz Anton Findling seine Selbständigkeit mit dem Handel von Artikeln für das boomende Zeitalter der Elektrifizierung. Schnell nahm der gelernte Schriftsetzer die Wälzlager mit in sein Sortiment auf. Denn als gelernter Setzer hatte er nicht nur mit Setzbuchstaben zu tun, sondern musste auch Druckmaschinen regelmäßig warten und reparieren – inklusive der darin verbauten Kugellager. Damals wusste man noch nicht, welche Bedeutung diese Komponenten für das Familienunternehmen einmal haben würden.

Nach dem Krieg baute Franz Anton Findling eine eigene Fertigung für Axialrillenkugellager auf. Damals galten diese Produkte als gute „Tauschwährung“ für andere Kugellagersorten aus Italien und Frankreich. Der Grundstein für die weitere, internationale Ausrichtung des Unternehmens war gelegt.

In zweiter Generation setzte das Unternehmen auf den Großhandel mit japanischen Produkten

Der Firmengründer verstarb früh im Jahre 1963. Sein Sohn Klaus-Peter Findling übernahm 25-jährig das Unternehmen. Er hatte seinen Vater bis dato sowohl in der Fertigung als auch im Vertrieb unterstützt. Fortan wollte er jedoch nicht mehr an der Werkbank stehen, sondern vorrangig sein kaufmännisches Geschick und seine Kreativität einsetzen. Seine Zukunft sah er im Import von japanischen Wälzlagern. Nach dem erfolgreichen Verkauf des gesamten Maschinenparks und der Rohmaterialien der Wälzlagerproduktion setzte Klaus-Peter Findling alles auf eine Karte: Mit dem erlösten Geld finanzierte er den Auf- und Ausbau seines Großhandels mit japanischen Produkten.

Foto: Findling Wälzlager GmbH
Ein Blick in die Fertigung des Unternehmens im Jahr 1956

Globalisierung weiter vorantreiben: Weitere Einkaufsquellen wurden erschlossen

„Mein Vater hat bereits Anfang der 60er Jahre das Potenzial der japanischen Wälzlagerindustrie erkannt und mit seiner Vision Pionierarbeit geleistet“, so Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager. Alles begann mit den Produkten von Koyo, schnell kam die süddeutsche Vertretung der Hersteller NSK und IKS hinzu. Heute zählt Findling Wälzlager viele japanische Hersteller zu seinen Lieferanten. Im Portfolio finden sich unter anderem Gehäuselager von FYH, Pendelkugellager von JAF sowie zweireihige Schrägkugellager, Edelstahllager und die 68 und 69er Baureihen von SMT. Im Bereich der Nadellager hat Findling die Vertretung für JNS übernommen und kann seinen Kunden somit auch Nadellager und Kurvenrollen in Edelstahl-Ausführungen anbieten. Der Kreis schließt sich mit dem führenden Hersteller von Pendelrollenlagern in Japan: Mit der Nachi Gruppe bestand bereits in den 70er Jahren eine Zusammenarbeit. Vor zwei Jahren gingen die beiden Unternehmen eine strategische Premium-Partnerschaft ein.

Klaus-Peter Findling beschränkte sich jedoch nicht nur auf Japan – die Globalisierung des Unternehmens wurde fortan kontinuierlich fortgeführt: Er erschloss Einkaufsquellen in Korea, China, Taiwan, Malaysia, Osteuropa, Tschechien, der Slowakei und Polen und baute ein globales Netzwerk von Lieferwerken auf. „Mein Vater war ein Treiber der Globalisierung im Wälzlagermarkt und mit seinem Gespür für neue Märkte immer einen Schritt voraus“, betont Klaus Findling.

Innovation in der dritten Generation – Einführung der Abeg-Methode

Im Jahr 2001 trat Klaus Findling die Nachfolge in der Geschäftsführung an – zu einem Zeitpunkt, in dem das Unternehmen bereits umfassend global aufgestellt war. Genau das war jedoch die Inspiration für die ABEG-Methode, deren Einführung im Jahr 2003 die konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Strategie des Unternehmens war. Klaus Findling wollte es seinen Kunden einfacher machen, das technisch wie wirtschaftlich optimale Produkt aus dem Sortiment bestimmen zu können. Denn eines war offensichtlich: So unterschiedlich die Preisniveaus der Herstellerwerke sind, so verschieden ist auch die Leistungsfähigkeit und damit die Lebensdauer der Produkte.

Unterschieden wird in vier Leistungsklassen:

  • Premium
  • Supra
  • Eco
  • Easy Roll

Damit schuf man eine transparente und berechenbare Entscheidungsgrundlage zur Vermeidung von Über- und Unterdimensionierung und zugleich für wirtschaftliche Vernunft. Dieser Ansatz verpflichtet Findling zu einer permanenten Überwachung seine Produktionswerke. Das Fachwissen im Bereich Produkte, Herstellungstechniken, Technologien und Produktionsprozesse bildet die Grundlage für ein Null-Fehler Ziel. Mit der passenden Auswahl- und Berechnungssoftware Abeg-Quickfinder gelingt seit 2005 eine schnelle und zielsichere Auswahl von Wälz- oder Gleitlagern, die sich auch finanziell lohnt. „Die Beratung unserer Kunden nach dieser Methode ist unser Alleinstellungsmerkmal und eröffnet den Kunden Zugang zu einem einzigartigen Angebot rund um die Wälzlagertechnik“, so Klaus Findling.

Foto: Findling Wälzlager GmbH
Die Einführung der Abeg-Methode im Jahr 2003 erleichtert es den Kunden, das technische wie wirtschaftliche passende Produkt zu berechnen und auszuwählen.

Findling Wälzlager entwickelt sich zum Dienstleistungsunternehmen

Die langjährige Erfahrung im globalen Einkauf von Wälzlagern war Grundlage einer neuen Idee: Warum nicht das globale Procurement als ausgelagerte Dienstleistung für Unternehmen und Konzerne anbieten? „Dieses Angebot wurde und wird gerne wahrgenommen. Wir übernehmen für unsere Kunden unter anderem die Auditierung von Wälzlagerlieferanten und beraten bei logistischen und fachlichen Aspekten der Serienbelieferung“, so Klaus Findling. „Dieser Erfolg bestärkte uns in der Strategie, unseren Kunden nach und nach einen 360-Grad-Service rund um die Wälzlagerbeschaffung anzubieten.“ Basierend auf der Erfahrung und dem Produktwissen aus tausenden Kundenanforderungen bieten die Experten aus Karlsruhe den Kunden heute ein Dienstleistungsportfolio, das von der anwendungstechnischen Beratung, der Schadensanalyse und Lebensdauertests bis hin zu herstellerunabhängigen Schulungen reicht. Mit einer eigenen Fertigung für sonderbefettete und modifizierte Wälzlager lassen sich komplexe Kundenanforderungen flexibel und zeitnah umsetzen.

Die Zukunft ist schon klar gestaltet

Für die Zukunft hat der Geschäftsführer konkrete Pläne: „Wir werden mit unseren Kunden die globale Präsenz von Produkten und Dienstleistungen weiter ausbauen. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere Kompetenz in der Wälzlagertechnik sehr gefragt ist. Wir bei Findling Wälzlager wissen, wie man global denkt und lokal handelt, Marktbedürfnisse ernst nimmt und sich erfolgreich dieser Verantwortung stellt. Dieses Know-how wollen wir vermehrt auch unseren internationalen Kunden zugänglich machen.“

Antriebs- und Steuerungstechnik

X-Clean-Rillenkugellager: Keine Chance für Korrosion

Die Rillenkugellager X-Clean von Findling eignen sich für den Einsatz in feuchten, korrosiven oder aggressiv chemischen Umgebungen.

Young Professionals

Schaeffler-Stiftung zeichnet junge Wissenschaftler aus

Für herausragende Arbeiten im Bereich der Lagerungstechnik haben sechs Nachwuchswissenschaftler den Innovation Award der Schaeffler FAG Stiftung erhalten.

Management

So funktionieren agile Innovationskulturen

Simon Blake von Launchlabs befasst sich beruflich mit agilen Innovationskulturen. K&E fragte, was ihn antreibt und wie Unternehmen richtig innovieren.

Maschinenelemente

Findling erklärt die Z-Lock Sleeve Spannhülse

Klaus Findling erklärt der K und E auf den Köhler + Partner -Fachpressetagen die neue Z-Lock Sleeve Spannhülse.