Gesellschafter und Geschäftsführer Gebhard und Lothar Kübler
Foto: Kübler

Unternehmen

Kübler erfolgreich in Zukunftsmärkten

Der vor wenigen Jahren von Kübler eingeleitet Innovationsmarathon führt jetzt zu konkreten Erfolgen am Markt.

Die Kübler Gruppe aus Villingen-Schwenningen im Schwarzwald verzeichnet im aktuellen Geschäftsjahr über Budget liegende Umsatz- und Auftragseingangserfolge und erntet jetzt erste Früchte des vor wenigen Jahren eingeleiteten Innovationsmarathons. Dies erklärten die beiden Gesellschafter und Geschäftsführer, die Brüder Lothar und Gebhard Kübler, bei Ihrer alljährlichen Pressekonferenz am Stammsitz des Unternehmens vor knapp 30 Redaktionen der Fachpresse aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kübler ist im laufenden Geschäftsjahr hinsichtlich Auftragseingang und auch Umsatz über Plan und wächst zweistellig. Das Umsatzziel in der Gruppe von 66 Mio. €, davon 70 % im Ausland, sollte erreicht werden, so die Geschäftsführer. Die wesentlichen Wachstumstreiber sind neben Deutschland (+10 %) vor allem der EU-Raum (+14 %), China (+30 %), Indien (+25 %) und USA (+22 %). Beschäftigt werden in der Kübler Gruppe mittlerweile knapp 480 Mitarbeiter weltweit und davon fast 380 in Deutschland. Kübler vertreibt seine Produkte über 11 globale Gruppenmitglieder und darüber hinaus über Partner und Vertretungen in über 50 Ländern. Dabei ist auch immer ein entsprechendes Applikations- und Serviceteam vor Ort, da viele Kunden auch heute global mit Kübler als OEM-Lieferant oder im Projektgeschäft zusammenarbeiten.

Neue Marktsegmente

Zurzeit werden bei Kübler mehrere neue Marktsegmente mit innovativen sowie wachstumsstarken Produktinnovationen besetzt und somit die Grundlage für ein nachhaltiges weiteres Wachstum gefestigt. Das Unternehmen, das derzeit auf Standbeine auf der Positions- und Bewegungssensorik (lagerlose und gelagerte Drehgeber, lineare Sensorik), Schleifringen und Zähler- Prozesstechnik setzt, hat in den letzten Jahren seinen Anteil R&D Mitarbeiter von 12 % auf 16 % ausgebaut. Die Geschäftsführer erklärten, dass dies Teil des Kübler Innovation Marathons sei. Es gehe darum, wachstumsstarke neue Marktsegmente mit Produktinnovationen zu besetzen, die Markenbotschaft über Drehgeber hinaus deutlich zu erweitern und den Fortschritt des Kunden in Projekten gemeinsam zu gestalten. „Als unabhängiges Unternehmen mit einem Eigenkapital von fast 80 Prozent können wir unsere eigenen Entscheidungen treffen und auch mal auf einige Prozentpunkte EBIT verzichten, um damit die Grundlagen für die Zukunft zu festigen“, so Gebhard Kübler.

Innovationmarathon

Teil des Innovationmarathons sind große R&D Projekte. Dazu gehört ein neues sicheres Aufzugspositioniersystem für die wachsende internationale Aufzugsindustrie, bei welchem die neue DIN-81-20/50 Technologien für die sichere Schachtkopierung erforderlich macht. Dies macht klassische Magnetschalter komplett überflüssig und beschleunigt die Montage in einem Aufzugsschacht. Das Hauptinteresse ist hier sowohl der große chinesische Aufzugsmarkt als auch viele Aufzugshersteller in Europa und in Amerika.

Schleifringe

Zum Innovation Marathon gehören weiter Schleifringe für Segmente Abfülltechnik, Verpackung, Mobile Maschinen und andere. Die neuen Schleifringe stammen aus einem Technologiebaukasten, können rasch in Kundenprojekten adaptiert werden und erlauben Ethernet Übertragungen bis 100 MBit/s und hohe Ströme.

Motor Feedback Drehgeber

Ein weiterer Teil des Innovation Marathons sind Motor Feedback Drehgeber für Servomotoren. Dabei setzt Kübler zum einen auf klassische Schnittschnellen, die am Markt etabliert sind, als auch auf neue offene Single Cable Schnittstellen, die Kübler gemeinsam mit Marktbegleitern ins Leben gerufen hat. Dazu gehören unter anderem SCS open link und Biss Line.

Smarte magnetische lagerlose Sensoren

Zu den großen Investitionen in R&D gehören weiter neue smarte magnetische lagerlose Sensoren für die Antriebstechnik (Sensorintegration in smarte Motoren), Generatoren oder die Windindustrie. Für dieses neue Segment wurde eigens ein ganzes Team von Entwicklungsingenieuren in Berlin eingestellt, das eng mit dem Headquarter Kundenprojekte umsetzt und neue Katalogprodukte vorbereitet. Die lagerlosen Drehgeber messen nicht nur aktuelle Signale, sondern auch Zustände eines Antriebs z.B. hinsichtlich seiner Alterung, erlauben also Condition Monitoring. Das Interesse ist weltweit sehr hoch. Kübler investiert auch in entsprechende Magnetisierungstechnologien und fertigt zu einem erheblichen Teil die Wertschöpfungskette selbst. Die smarten Sensoren sorgen zudem dafür, dass Ungenauigkeiten bei der Magnetisierung oder bei der Welle durch intelligente FPGA-basierte Kompensation eliminiert werden und eine Signalgüte, ähnlich eines optischen Gebers, erzeugt werden kann.

Gefertigt wird am Stammsitz in Villingen Schwenningen und an drei weiteren Standorten. Schleifringe werden in Otterfing, Nähe München, gefertigt. Darüber hinaus gibt es ein Produktionswerk in Pune, Indien und ein Montagewerk in Charlotte, USA. Letzteres trägt deutlich zum derzeitigen Erfolg des Unternehmens in Nordamerika bei. Trotz des schwierigen politischen Umfeldes und des Protektionismus ist dies ein sehr wachstumsstarker Markt. Die lokale Fertigung werde von den Kunden sehr gut angenommen.

Attraktive Arbeitsplätze

Damit die Ziele erreicht werden, setzen die beiden Unternehmer auf attraktive und sinnstiftende Arbeitsplätze sowie eine gezielte Mitarbeiterentwicklung und Weiterbildung. Im Unternehmen werde neben Werten wie Eigenverantwortung vor allem das Prozessdenken und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit verlangt und gefördert. Des sogenannten Kübler Produktionssystem und das darauf basierende Wertschöpfungssystem nach Kaizen Prinzipien sorgen für die nötige Transparenz und vor allem für kurze Durchlaufzeiten, ein Grundziel der bei Kübler gelebten Kaizen Kultur.

„MyKübler“

Vor kurzem habe man eine spezielle Kübler-App eingeführt namens „MyKübler“, über die die Mitarbeiter alle notwendigen Informationen erhalten. Ebenso neu ist eine Kübler-Kreditkarte für jeden Mitarbeiter und eine firmenweite Berufsunfähigkeitsversicherung, die jeder Mitarbeiter ohne Gesundheitsprüfung erhält. Die Unternehmer freuen sich in diesem Zusammenhang auch über die inzwischen dritte Auszeichnung in Folge als TOP Arbeitgeber und der inzwischen auch zum zweiten Mal verliehene Auszeichnung zum TOP Innovator. „Dies gibt uns vor allem neuen Input für weitere Verbesserung und zeigt, dass Arbeitsplatzattraktivität nicht nur leere Floskeln sind, sondern aktiv und strukturiert verfolgt werden“, so die Geschäftsführer.

„Wir im Unternehmen müssen uns immer auf den Kunden konzentrieren, dann bleibt gar keine Zeit für interne Konflikte, die es immer mal gibt“, so die Geschäftsführer mit einem Schmunzeln.

Die Ergebnisse der jüngsten Kundenumfrage mit einer Wiederempfehlungsquote von 98,3% geben der derzeitigen Kübler Strategie Recht. Dennoch würde man sich in allen Abläufen ständig neu hinterfragen, Dinge verbessern und aktiv nach neuen Herausforderungen suchen. Lothar Kübler zum Abschluss: „Wir feiern gerne Erfolge, gehen dann aber rasch wieder zur nächsten Herausforderung bzw. nächsten Verbesserung, um nicht stehen zu bleiben“.

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