Dr. Veit Stockmann, geschäftsführender Gesellschafter der Stockmann Prüf- und Qualitätszentrum GmbH, Prof. Jana Hadler, Leiterin der Studienrichtung FQ an der DHGE, FQ-Studentin Laura Meusel und Nils Blondin, Geschäftsführer der Feinmess Suhl GmbH
Foto: Feinmess Suhl

Young Professionals

Leidenschaft für Präzision

Das duale Studium „Fertigungsmesstechnik + Qualitätsmanagement“ an der DHGE garantiert beruflichen Erfolg. Mehr erfahren.

Begeisterung für Technik und höchste Genauigkeit, stetiges Streben nach Optimierung sowie die Eigenschaft, Fünfe nicht gerade sein lassen zu können, sind beste Voraussetzungen, um das duale Studium „Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement“ erfolgreich zu absolvieren. Kaum bekannt, jedoch für die industrielle Produktion immens bedeutend ist der Studiengang „Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement“ (FQ). Üblicherweise eine Vertiefungsrichtung des herkömmlichen Maschinenbaustudiums, bietet die Duale Hochschule Gera Eisenach FQ als einzige deutsche Hochschule im Rahmen der dualen Ausbildung als eigenständige Studienrichtung an.

Warum FQ gerade in der globalisierten Welt an Bedeutung gewinnt, was die Ausbildung und den Beruf so spannend macht und welche Eigenschaften die Studenten mitbringen sollten, darüber sprachen wir mit Prof. Jana Hadler, Leiterin der Studienrichtung FQ an der DHGE, Nils Blondin, Geschäftsführer der Feinmess Suhl GmbH, Dr. Veit Stockmann, geschäftsführender Gesellschafter- der Stockmann Prüf- und Qualitätszentrum GmbH sowie der Studentin Laura Meusel.

Spezialisten für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement sind gesucht. Warum braucht die Industrie diese Fachleute?

Nils Blondin: Gäbe es die Fertigungsmesstechnik und das Qualitätsmanagement nicht, würde im Maschinenbau im wahrsten Sinne des Wortes nichts rund laufen. Wären die einzelnen Komponenten einer Maschine nicht µ-genau auf einander und ihre jeweilige Funktion abgestimmt, verbrauchte die Maschine mehr Energie, wäre nicht sehr langlebig oder würde im schlimmsten Fall gar nicht funktionieren. FQ ist damit eine Grundfeste des Maschinenbaus.

Dabei war die Fertigungsmesstechnik bislang eher ein Lehrberuf. Doch die Komplexität der messtechnischen Aufgaben und die Anforderungen an das betriebliche Qualitätsmanagement steigen. Damit sind zunehmend akademische Spezialisten gefordert. Schließlich muss der Ausbildungsstand mit der Komplexität Schritt halten.

Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte ein Absolvent der Studienrichtung FQ mitbringen?

Veit Stockmann: Abgesehen von einem grundsätzlichen Interesse an Naturwissenschaften und Technik sollte er oder sie sich absolut für Präzision begeistern und danach streben, immer besser werden zu wollen. Täglicher Ansporn für höchstes, messtechnisches Niveau sollte sein, das Beste aus sich und den Geräten herauszuholen. Leider fällt es zunehmend schwer, geeignete Bewerber für unsere Lehrstellen und die duale Ausbildung zu finden. In vielen Fällen mangelt es den Schulabgängern an Grundkenntnissen in Mathematik und Physik.

Prof. Hadler: Als Fertigungsmesstechniker und Qualitätsmanager nehme ich nicht einfach nur Messungen vor. Ich muss aus diesen Messungen auch entsprechende Schlüsse ziehen und Erkenntnisse erlangen, die ich dann im Betrieb umsetze. Dazu muss ich gegebenenfalls in bestehende Prozesse eingreifen. Interessierte sollten also auch übergreifend denken können und sich für maschinenbauliche Produktionsprozesse und deren Optimierung begeistern können.

Was sind die entscheidenden Vorteile des dualen Studiums gegenüber einem herkömmlichen Studium?

Prof. Hadler: Fachlich spezialisierte Professoren und aus der Praxis stammende Lehrbeauftragte beziehen aktuelle Entwicklungen in Wirtschaft, Technik und Gesellschaft in die Ausbildung ein. Das in der Theorie Gelernte kann sofort in der Praxis umgesetzt, angewendet oder ausprobiert werden. Dadurch entsteht ein intensiver Lerneffekt. Zudem lernen die Studierenden praktisch nebenbei die betrieblichen Abläufe kennen. Doch das duale Studium funktioniert auch dank der Ausbildungsvergütung so gut. Die Studierenden müssen nicht nebenbei für die Finanzierung des Studiums arbeiten, sondern können ihre ganze Energie in das Studium stecken und die Ausbildung in der Regelzeit abschließen. Also kurz gesagt: Das duale Studium geht schnell, ist sehr nah an der Praxis, wird bezahlt und bietet beste Chancen auf beruflichen Erfolg. Das zeigen auch die Abschlusszahlen: wir konnten in den vergangenen drei Jahren bei 20 erfolgreichen Absolventen lediglich zwei leistungsbedingte Exmatrikulationen verzeichnen.

Welche Zulassungsvoraussetzungen gibt es für das duale Studium?

Prof. Hadler: Interessierte Unternehmen müssen die in der Praxispartnersatzung festgelegten Anforderungen an die fachliche Betreuung und die Ausbildungsinhalte erfüllen. Die Studierenden müssen Abitur oder Fachhochschulreife mitbringen. In Ausnahmefällen gibt es auch die Möglichkeit seine Eignung durch ein Probestudium oder das Ablegen einer Eingangsprüfung zu beweisen.

Herr Blondin, Herr Dr. Stockmann, was hat Sie bewogen mit der DHGE zu kooperieren und wie profitieren Sie von dem dualen Studium?

Nils Blondin: Ich finde das Konzept extrem charmant und der Studienrichtung Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement ist „unsere“ Studienrichtung schlechthin. Absolventen und Unternehmen haben drei Jahre Zeit, sich kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen. Am Ende der Ausbildung wissen beide Seiten, ob sie gemeinsam weitermachen wollen.

Veit Stockmann: Darüber hinaus sind die Absolventen nach Abschluss des Studiums ohne Probezeit einsetzbar. Sie kennen die Kollegen und die Abläufe und fühlen sich im Idealfall im Unternehmen zuhause.

Wie viele Absolventen beschäftigen Sie zurzeit?

Veit Stockmann: Aktuell haben wir leider keinen Studenten aus den drei für uns relevanten Studienrichtungen FQ, Konstruktion und Elektrotechnik.

Nils Blondin: Aktuell beschäftigen wir fünf Absolventen der DHGE. Darunter Laura Meusel in der Studienrichtung FQ sowie zwei Studentinnen im Bereich Wirtschaftsingenieur/Technischer Vertrieb und eine Studentin in der Produktionstechnik. Ein weiterer Student wird im Herbst 2018 die Studienrichtung „Mittelständische Industrie“ abschließen. Die Zusammenarbeit in der Studienrichtung Konstruktion an der DHGE wird im Herbst beginnen. Seit Beginn der Kooperation im Jahr 2013 gibt es bei uns immer mindestens zwei Studenten der DHGE. Zuletzt beendete Marius Wulff im Herbst 2017 erfolgreich sein duales Studium FQ mit dem Bachelor of Engineering.

Frau Meusel, wie kamen Sie zum Studienrichtung FQ und zu Feinmess Suhl?

Laura Meusel: Ich habe mich schon immer für technische Abläufe interessiert. Und da ich vor der Entscheidung für das Studium bereits eine Ausbildung begonnen und damit ein eigenes kleines Einkommen hatte, auf das ich nicht verzichten wollte, kam für mich nur ein duales Studium infrage. Feinmess Suhl habe ich auf der Seite der DHGE-Praxispartner gefunden. Zunächst bewarb ich mich dort für den Bereich Konstruktion. Doch im Gespräch mit Herrn Blondin stellte sich dann schnell heraus, dass FQ viel besser zu mir passt.

Was sind Ihrer Ansicht nach – neben der Ausbildungsvergütung – die Vorteile des dualen Studiums?

Laura Meusel: Auf jeden Fall der Bezug zur Praxis. Zudem sind wir nur rund 30 Studenten pro Semester. Da kann man während einer Vorlesung gezielt Fragen stellen. Auch die Betreuung durch Feinmess Suhl schätze ich sehr. Selbst während der Theoriephasen sind meine Betreuer immer für mich da.

Und was gefällt Ihnen am Studienrichtung FQ besonders?

Laura Meusel: Mir gefallen die abwechslungsreichen Aufgaben und die unterschiedlichen Teilgebiete. Es geht ja nicht nur um das Überprüfen der fertigen Teile, sondern auch um die Planung der Prüfprozesse und um Managementaufgaben. Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Studium im Kalibrierlabor von Feinmess Suhl zu arbeiten.

Nils Blondin: Das sollte klappen!

Nils Blondin

ist Geschäftsführer der Feinmess Suhl GmbH. Der Hersteller von Systemen zur Prüfmittelüberwachung und Prüfmitteln zur Produktmessung sowie entsprechendem Zubehör, passender Software und OEM-Produkten betreibt auch ein unabhängiges Prüflabor für die Werks- oder DAkkS-Kalibrierung von Prüfmittelüberwachungssystemen, Handmessmitteln und Normalien und kooperiert seit 2013 mit der DHGE.

Prof. Dr.-Ing. Jana Hadler

ist Professorin für Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau und seit Oktober 2017 Leiterin der Studienrichtung Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement (FQ).

Laura Meusel

schloss zunächst eine Ausbildung zur Rechtsanwaltsgehilfin ab. Seit 2016 lebt sie als Studentin der dualen Studienrichtung FQ an der DHGE ihre Technikleidenschaft aus. Sie konnte Feinmess Suhl als Praxispartner gewinnen und wird ihre Ausbildung 2019 beenden.

Dr. Veit Stockmann

ist geschäftsführender Gesellschafter der Stockmann Prüf- und Qualitätszentrum GmbH. Zum Dienstleistungsangebot des zertifizierten und DAkkS-akkreditierten Familienunternehmens zählen EMV-Prüfungen, Kalibrierdienste, Längenmesstechnik, Lehren- und Prüfvorrichtungsbau sowie Konstruktionen.

Die Studienrichtung Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement

Eine einwandfreie Produktion und das damit verbundene, professionelle Qualitätsmanagement spielen in den Unternehmen der Industrie eine entscheidende Rolle zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

Zu den Aufgaben der Fertigungsmesstechnik zählen die Feststellung von Abweichungen zu den gestellten Anforderungen an die erzeugten Produkte, die Erkennung der Ursachen dieser Abweichungen und eine Lösungsfindung.

Wer sich für die Studienrichtung FQ entscheidet sollte vielseitig naturwissenschaftlich und technisch interessiert sein. Denn in der Ausbildung werden neben den Grundlagenfächern wie Konstruktionslehre, Fertigungs- und Elektrotechnik, Werkstoffkunde, Ingenieurmathematik und Physik spezifische Inhalte und vertiefte Kenntnisse u. a. in den Bereichen Qualitätsplanung und -sicherung, Zertifizierungsmanagement,

Werkstoffprüfung, Sensorik, Arbeitsgestaltung und Toleranzsysteme vermittelt. Ergänzt wird das Studium durch betriebswirtschaftliche Fächer, Informatik und Fachenglisch. Die theoretische Wissensvermittlung wird durch fachspezifische und fachübergreifende Laborarbeiten gefestigt.

Hochschule DGHE

Die Duale Hochschule Gera-Eisenach (DHGE) ist eine staatliche Hochschule des Freistaates Thüringen, die auf duale, praxisintegrierende Studiengänge spezialisiert ist. An ihren beiden Standorten bietet die DHGE in Kooperation mit über 1.600 Unternehmen und Einrichtungen eine Vielzahl von akkreditierten Bachelor-Studiengängen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Soziales an. Auch berufsbegleitende Masterstudiengänge in Kooperation mit der Hochschule Schmalkalden gehören zum Angebotsspektrum.

Die Partnerunternehmen wählen die Studierenden selbst aus, schließen mit ihnen eine dreijährigen Vertrag und zahlen über die gesamte Studiendauer hinweg eine monatliche Vergütung. Durch den Wechsel zwischen dreimonatigen Theorie- und Praxisphasen erwerben die Studierenden neben fachlichem und methodischem Wissen praktisches Erfahrungswissen sowie die im Berufsalltag erforderlichen Kompetenzen. Die Inhalte der Theorie- und Praxisphasen sind dabei miteinander verzahnt.

Allgemeine Informationen zum dualen Studium an der DHGE

Zulassungsvoraussetzungen: Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife und Ausbildungsvertrag mit einem Praxispartner (kooperierende Unternehmen/Institutionen/Träger)

Studienbeginn: 01. Oktober

Abschluss: Bachelor of Engineering

ECTS-Punkte: 180

Studiendauer: 3 Jahre bzw. 6 Semester mit wechselnden Theorie- und Praxisphasen

Sprache: Deutsch

Bewerbung: Immer beim Praxispartner (das können kooperierende Unternehmen, Institutionen oder Träger sein)

Kontakt: Telefon: +49 3691 6294-74 / E-Mail: fq@dhge.de

Messtechnik

Inkrementalfeintaster mit integrierter Anzeigeeinheit

Der manuell verstellbare IKF100D erweitert die Baureihe der vertikalen Längenmesssysteme von Feinmess Suhl um eine wirtschaftliche Variante.

Lehre

Start der Ausbildung im September bei Lapp

Im September beginnen viele Schulabsolventen ihre Ausbildung. Bei Lapp in Stuttgart starten 23 Azubis ins Berufsleben. Das erwartet die Auszubildenen.

Messtechnik

Digitales Passameter mit hohem Messhub

Das digitale Passameter 3902 von Feinmess Suhl ist ein hochgenaues Messsystem in robuster Bauweise. Lesen Sie hier mehr.

Wettbewerb

Schüler messen sich im Robotik-Wettkampf bei Schunk

Insgesamt 16 Schüler nahmen am diesjährigen Robotik-Wettkampf im Ausbildungszentrum von Schunk teil. Die Veranstaltung hat ein klares Ziel.

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