Die Nachwuchsförderung ist für Sieb & Meyer ein wichtiger Aspekt in der Unternehmensphilosphie. Neben einem eigenen Labor gibt es für die Azubis auch ein breits Angebot an teambildenden Projekten.
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Interviews

Mit Qualifikation und Engagement für die Nachwuchsförderung

Nachwuchsförderung wird bei Sieb & Meyer groß geschrieben: Das Unternehmen bietet seinen Auszubildenen dabei nicht nur einen eigenen Laborplatz.

Im Interview mit unserem Chefredakteuer Tim Bartl erklärt Annika Ritari, zuständig für die Pressearbeit, Media und Messen bei Sieb & Meyer, welches Engagement das Unternehmen für die eigene Nachfuchsförderung aufbringt. Doch auch im sozial-privaten Bereich ist das Hersteller von Antriebs- und Steuerungslösungen aktiv.

Erfolg durch Qualifikation und Engagement

Frau Ritari, Sieb & Meyer gibt es jetzt schon seit 1962 und wurde in Hamburg gegründet. Können Sie uns einen kurzen Abriss über die Unternehmenshistorie geben…

Der Elektroingenieur Reinhard Sieb und der Physiker Johannes Meyer haben das Unternehmen Sieb & Meyer gegründet. Bereits wenige Jahre später zieht das Unternehmen aus Platzgründen nach Lüneburg um – hier hat Sieb & Meyer noch heute seinen Stammsitz.

Schon Anfang der 1970er Jahre wird mit der ersten NC-Steuerung, Frequenzumformern und Servoverstärkern den Kunden die komplette Steuerungs- und Antriebselektronik aus einer Hand angeboten. Auch die kundenspezifischen Lösungen wurden früh als wichtiges Geschäftskonzept erkannt. Konzepte, die sich bis heute bewähren und unsere führende Rolle in den Bereichen CNC-Steuerungen für die Leiterplattenbearbeitung und Frequenzumrichter für Hochgeschwindigkeitsanwendungen seit vielen Jahren sichern.

…und unseren Leserinnen und Lesern aufzeigen, welchen Stellenwert die Flexibilität in Ihrem Unternehmen hat?

Die kundenspezifischen Lösungen, die wir anbieten, basieren auf genau diese Flexibilität. Wenn ein Kunde ein Gerät anfragt, das im Standardportfolio nicht vorhanden ist, läuft unsere auf die Anforderung ausgerichtete Prozesskette an. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunden erarbeiten wir die notwendige Spezifikation. Die Prozessschritte, die sich daraus ergeben, passen wir flexibel an. Am Ende steht dem Kunden das optimale Produkt zur Verfügung.

Teil Ihrer Unternehmensphilosophie ist, dass der Erfolg des Unternehmens auf der Qualifikation und dem Engagement der Mitarbeiter basiert. Können Sie diesen Aspekt einmal näher beleuchten…

Bei Sieb & Meyer liegt der Anteil Mitarbeiter mit Hochschulabschluss bei 25% und 33% der Mitarbeiter arbeiten im Bereich F&E. Die hohe Qualifikation der Mitarbeiter sichert letztendlich die hohe Qualität der Produkte. Durch flache Hierarchien im Unternehmen ist sichergestellt, dass eine gute Kommunikation zwischen den Abteilungen entsteht.

Außerdem fördert Sieb & Meyer die Work-Life-Balance der Mitarbeiter. Die Arbeitszeiten sind flexibel, verschiedene Sportangebote und eine firmeneigene Kantine sind eine zusätzliche Motivation.

…und erklären, wie Ihre Kooperation mit der Herderschule aussieht.

Wir unterstützen verschiedene Projekte der Herderschule in Lüneburg. Ziel ist es, dass möglichst viele Schüler davon profitieren. In regelmäßigen Abständen bietet Sieb & Meyer auch das MIG (Management Information Game) für eine Gruppe Schüler an. Dann sind die Schüler eine ganze Woche im Unternehmen und lernen im Rahmen des MIG, wie ein Unternehmen geführt wird und wie Märkte funktionieren. Ganz nebenbei lernen sie dabei natürlich auch Sieb & Meyer kennen.

Neben der Nachwuchsförderung unterstützt das Unternehemen auch Menschen in schwierigen Lebensumständen

Ebenfalls sehr interessant ist die Sieb & Meyer Stiftung – hier unterstützt Sieb & Meyer ja schutzbedürftige Menschen in besonders belastenden Lebenssituationen. Wie kam es dazu und wie sieht diese Unterstützung konkret aus?

Die beiden Firmengründer, Johannes Meyer und Reinhard Sieb, engagierten sich privat sozial und gründeten jeweils eine Stiftung, die 2003 in die Sieb & Meyer-Stiftung zusammengelegt wurden. Ziel beider Gründer war es, die Menschen, denen es in der Gesellschaft nicht gut geht, zu unterstützen. Die Unterstützung im diakonischen Sinn basierte auf Überzeugung beider Gründer.

Von der Stiftung wurde zum Beispiel eine Kindertagesstätte direkt in der Nachbarschaft gebaut. Ein weiterer wichtiger Bereich ist das Beratungszentrum für Menschen mit einer Krebserkrankung. Hier werden die Menschen und ihre Angehörige darin unterstützt, einen Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Welchen Stellenwert hat denn Ausbildung…

Ausbildung wird bei Sieb & Meyer großgeschrieben. Wir bieten eine gute Betreuung und fundierte Wissensvermittlung durch unseren hauptamtlichen Ausbildungsleiter. Auch der Zusammenhalt unter den Auszubildenden wird durch verschiedene Maßnahmen und Projekte gefördert. Die Fähigkeit zur Problemlösung im Team ist im weiteren Berufsleben hilfreich.

…und Nachwuchsförderung bei Sieb & Meyer?

Wir haben ein Ausbildungslabor, bei dem jeder Auszubildende einen eigenen Platz hat. Im Labor lassen sich spätere Einsatzgebiete trainieren und die Auszubildende können sich hier auf ihre Prüfungen vorbereiten. Zusätzlich sammeln die Auszubildenden erste praktische Erfahrungen in unterschiedlichen Fachabteilungen. Regelmäßig erscheinen die Auszubildenden von Sieb & Meyer auf den jährlichen IHK-Bestenlisten - ein Beweis für ein gutes Ausbildungskonzept.

Sind Sie dadurch in der Lage, den Fachkräftemangel zu kompensieren?

Ja, auf jeden Fall. Gerade im Facharbeiterbereich ist das der Fall. Momentan ist unsere Auftragslage sehr gut und wir konnten den Bedarf an Fachkräften zum Teil durch ehemalige Auszubildende decken.

Abschließende Frage, Frau Ritari – was macht Sieb & Meyer für junge Leute als Arbeitsplatz so interessant?

Wir beschäftigen uns mit hochaktuellen Themen – Elektronik, Software und IIoT ist allgegenwärtig und das macht die Arbeit so interessant. Das gilt nicht nur für Auszubildende sondern auch für junge Hochschulabsolventen, die bei uns genauso gefragt sind. Sie bringen frischen Wind ins Team und dürfen ihr Können und ihre Ideen einbringen. Der Mix aus frischen Ideen und Erfahrung macht‘s!