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Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz etc.: Was bei der Gestaltung nachhaltiger Lieferketten wichtig sind, weiß Professor Thomas S. Spengler, Institutsleiter für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion an der TU Braunschweig und Mitglied im VHB.

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Nachhaltige Lieferketten in Produktion und Logistik

Thomas S. Spengler, Institutsleiter für Automobilwirtschaft und Industrielle Produktion an der TU Braunschweig, zur Gestaltung nachhaltiger Lieferketten.

Lieferketten in Produktion und Logistik umfassen eine Vielzahl von Beziehungen zwischen Lieferanten, Herstellern und Kunden, und haben damit einen entscheidenden Einfluss auf den nachhaltigen Unternehmenserfolg. Während in der betriebswirtschaftlichen Forschung anfangs hauptsächlich ökonomische Ziele zu deren effektiver und effizienter Gestaltung im Vordergrund standen, hat in den zurückliegenden Jahren die Einbeziehung ökologischer und sozialer Ziele gleichermaßen an Bedeutung gewonnen.

Prof. Dr. Thomas S. Spengler ist einer von über 170 VHB Experts des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V. (VHB). Mit rund 2.800 Mitgliedern ist der Verband eine wachsende, lebendige Plattform für wissenschaftlichen Austausch, Vernetzung und Nachwuchsförderung in allen Bereichen der BWL und darüber hinaus.  Im Folgenden Beitrag gibt Thomas S. Spengler einen kurzen Überblick über zentrale Aspekte zur Gestaltung nachhaltiger Lieferketten und den Beitrag der Betriebswirtschaftslehre (BWL).

Menschenwürdige Produktion, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz

Im Rahmen der Agenda 2030 wurden von der UNO insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet, um die zukünftige globale Entwicklung sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu gestalten. So nimmt etwa das Lieferkettengesetz die Hersteller in die Verantwortung, menschenrechtswidrige Arbeitsbedingungen in ihren Lieferketten zurückzuverfolgen und Maßnahmen zu deren Beseitigung zu ergreifen. Durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz werden umfangreiche Anforderungen an Lieferketten zur Schließung von Stoffkreisläufen formuliert. Dem zunehmenden Klimawandel soll durch das Pariser Klimaschutzabkommen begegnet werden, das auch eine konsequente Dekarbonisierung aller Lieferketten erfordert.

Ökonomische, ökologische und soziale Informationen

Die zunehmende Globalisierung von Lieferketten stellt hohe Anforderungen an die Kooperation der jeweils beteiligten Unternehmen, denn die zugehörigen Lieferanten, Produzenten, Konsumenten und auch Recyclingunternehmen sind oft weltweit verteilt. Das Management von Lieferketten (Supply Chain Management) hat zukünftig alle drei Säulen der Nachhaltigkeit gleichermaßen zu berücksichtigen. Der BWL kommt hier die Aufgabe zu, die benötigten ökonomischen, ökologischen und sozialen Informationen zur Analyse und Bewertung von Lieferketten sowie geeignete Werkzeuge zu deren Optimierung bereitzustellen.

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Nachhaltige Lieferketten brauchen geeignete Kennzahlen

Die Verarbeitung und Auswertung dieser Informationen erfolgt mittels detaillierter Modellierung sämtlicher Prozesse entlang der gesamten Lieferkette. Durch die Berechnung geeigneter Kennzahlen zur Nachhaltigkeit ist es möglich, effektive und effiziente Lieferketten zu identifizieren und mittels Methoden der Simulation und mathematischen Optimierung zu konfigurieren. Die BWL hat hierzu maßgebliche Forschungsleistungen erbracht und vielfältige (Software-)Werkzeuge zum Einsatz in der industriellen Praxis entwickelt.

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