Reduce, Reuse und Recycle: Die drei Ansätze für nachhaltige Materialnutzung gelten bei Pöppelmann für die Produktion von Kunststoffprodukten aller Art.

Werkstoffe

Pöppelmann blue: Kunststoff – zu wertvoll zum Verschwenden

Geschlossener Materialkreislauf für Kunststoffartikel: Die Pöppelmann Gruppe arbeitet in den vier Divisionen an 100-prozentiger Recyclingfähigkeit der Produkte.

Kunststoff ist das Material der Zukunft – und das schon seit 1902. Viele Produkte aus Metall, Karton oder Glas werden heute durch Hochleistungskunststoffe ersetzt. Das deutlich geringere Gewicht, die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit sowie ihre besondere Schutzfunktion sind nur ein kleiner Ausschnitt der Vorteile, die Kunststoffprodukte auszeichnen. Gleichzeitig hat die Problematik der Meeresverschmutzung eine kritische Diskussion über Kunststoff als Werkstoff entfacht. Die Europäer erzeugen nach Angabe der Europäischen Kommission jedes Jahr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle. Angesichts von Klimawandel, Umweltverschmutzung, Bevölkerungswachstum und Ressourcenabhängigkeit sind Umwelt- und Klimaschutz zur globalen Herausforderung geworden. Die im Januar 2018 verabschiedete European Strategy for Plastics in a Circular Economy der Europäischen Kommission soll den Grundstein für eine neue und nachhaltige europäische Kunststoffwirtschaft legen. Wiederverwertbarkeit und die Suche nach Alternativen stehen dabei im Mittelpunkt. Die Kunststoffindustrie ist damit zu einem noch verantwortungsvolleren Umgang mit dem wertvollen, langlebigen Material aufgerufen.

Für die Pöppelmann GmbH & Co. KG schon längst ein Anspruch: Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Lohne ist einer der führenden Hersteller in der kunststoffverarbeitenden Industrie. Mit mehr als 2.000 Mitarbeitern, fünf Produktionsstandorten und vier verschiedenen Geschäftsfeldern beliefert Pöppelmann ganz unterschiedliche Branchen in über 90 Ländern mit seinen Produkten – von der Automobilindustrie, über den kommerziellen Gartenbau, Maschinen- und Apparatebau, die Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie bis hin zur Medizintechnik. Die Nutzung von Recyclingmaterialien ist bereits seit Langem ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens: Seit über 20 Jahren kommen bei Pöppelmann Rezyklate in den verschiedenen Geschäftsbereichen zum Einsatz. Das sind überwiegend Post-Industrial-Rezyklate, also Produktionsabfälle aus anderen Produktionsprozessen. In der Division Pöppelmann Teku, der Gartenbau-Sparte des Unternehmens, liegt der Anteil von Rezyklaten für die verschiedenen Pflanzentöpfe bei bis zu 100 %. Auch bei Pöppelmann K-Tech, dem Geschäftsbereich Automotive, werden heute bereits Recyclingmaterialien im technischen Bereich eingesetzt.

Kunststoffherstellung verpflichtet – davon ist man bei Pöppelmann überzeugt, wie Torsten Ratzmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, unterstreicht: „Der nachhaltige Einsatz von Ressourcen ist eine globale Herausforderung. Als Industrieunternehmen im Bereich der Kunststoffverarbeitung sehen wir uns besonders in der Pflicht, unsere Produkte und Prozesse so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Das beginnt bereits in der Entwicklung mit der Analyse der ökologischen Aspekte und zieht sich durch den gesamten Lebenszyklus unserer Erzeugnisse. Unser erklärtes Ziel lautet, die Nutzerbedürfnisse, wirtschaftliches Handeln, technische Machbarkeit und ökologisches Denken in Einklang zu bringen.“

Die Abfallhierarchie: Reduce, Reuse und Recycle

Reduce, Reuse und Recycle – drei Schlagworte bringen das Konzept der Pöppelmann Gruppe auf den Punkt, mit dem dieses Ziel erreicht werden soll. Hinter Reduce verbirgt sich der Gedanke, den Materialeinsatz für die jeweilige Anwendung so weit wie möglich zu reduzieren und auf diese Weise Ressourcen zu schonen – natürlich immer unter Vorgabe vollständiger Sicherheit und Funktionalität. Ressourcenschonung durch Reduce lässt sich auf vielfältige Weise umsetzen: Durch ein intelligentes Produktdesign, die Reduzierung des Rohstoffeinsatzes, Materialaustausch sowie durch besonders energieeffiziente Produktionsverfahren. Der Geschäftsbereich Pöppelmann K-Tech erzielt beispielsweise durch einen Austausch von Metall gegen Kunststoff, die Verwendung innovativer Werkstoffe wie Organobleche sowie den Einsatz innovativer Verfahren wie Thermoplastisches Schaumspritzgießen besondere Erfolge, die mit Material- und Gewichtsreduzierung zu Ressourcenschonung beitragen. In den Divisionen Pöppelmann Famac und Pöppelmann Teku werden durch den Einsatz des effizienten Thermoform-Verfahrens besonders dünnwandige Verpackungen bzw. Pflanztöpfe und -trays erzeugt, die ebenfalls mit einem reduzierten Materialeinsatz für mehr Nachhaltigkeit stehen. Mit Reuse soll die Wiederverwendung der Kunststoffelemente von Pöppelmann erreicht werden, bevor man sie ersetzt. So werden zum Beispiel in der Division Pöppelmann Teku auch Mehrweg-Trays für den Erwerbsgartenbau produziert. Recycle schließlich sorgt dafür, dass Elemente oder Komponenten der Pöppelmann Produkte so weit wie möglich der Wiederaufbereitung zugeführt und neu genutzt werden.

Mit Pöppelmann blue besonderer Fokus auf Recycling

Die Nutzung von Recyclingmaterialien ist seit Langem ein wichtiger Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzepts der Pöppelmann Gruppe. Die neue strategische Initiative Pöppelmann blue bündelt nun unternehmensweit alle Aktivitäten, die eine durchgängige Kreislaufwirtschaft durch ein optimiertes Recycling zum Ziel haben. Damit will das Unternehmen die Wiederverwertungsquote von Kunststoff aus dem Verpackungsabfall erhöhen und Materialkreisläufe schließen. Pöppelmann blue steht damit in Übereinstimmung mit den Zielen der EU-Kunststoffstrategie. „Im Recycling sehen wir die effizienteste Nutzung der Rohstoffe und unserer Produkte – und langfristig eine Reduzierung von Kunststoffneuware. Mit Pöppelmann blue streben wir, wo möglich, einen geschlossenen Materialkreislauf an, bei dem der verwendete Kunststoff aus ein und derselben Wertschöpfungsstufe stammt. In der Praxis heißt das beispielsweise, eine Verpackung landet im gelben Sack und wird nach dem Wiederaufbereitungsprozess auch wieder zu einer Verpackung“, erklärt Matthias Lesch, Leiter Marketing, Innovation und Vertrieb.

Pöppelmann Teku: Komplett recycelbare Pflanztöpfe

Bei Pöppelmann Teku, Marktführer für Töpfe, Trays und individuelle Lösungen für den Erwerbsgartenbau, werden ressourcenschonenden Pflanztöpfe der Serie „Recycling-Blue“ aus Pöppelmann PCR, einem reinen Post-Consumer-Rezyklat gefertigt. Das Material stammt bis zu 100 Prozent aus den Wertstoffsammlungen von Der Grüne Punkt ¬– Duales System Deutschland GmbH (DSD). Nach Gebrauch wird der Pflanztopf den Gelber Sack- bzw. Gelbe Tonne-Sammlungen wieder zugeführt. Dank seiner markanten, leuchtend blauen Färbung lässt sich das Material in der Abfallsortierung zuverlässig erkennen und herausfiltern – damit daraus erneut hochwertiges Granulat wird, das zur Wiederverwertung geeignet ist und für die Produktion neuer Pflanztöpfen verwendet werden kann. Damit entsteht ein komplett geschlossener Rohstoffkreislauf auf ein und derselben Wertschöpfungsstufe.

Pöppelmann Kapsto: Recycelte Schutzelemente

Die Division Pöppelmann Kapsto ist der weltweit führende Hersteller für Kappen und Stopfen, die sensible Bauteile im Industriebereich zuverlässig schützen. Die Schutzelemente aus Kunststoff sind oft Einwegartikel, die nach Gebrauch entsorgt werden. In Starter-Projekten erprobt Pöppelmann Kapsto mit langjährigen Kunden aus der Industrie die Sammlung der Stopfen und Kappen nach Gebrauch und die Rückführung an Pöppelmann zum Recycling. So bezieht die Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG die Produkte einer verwendeten Baureihe aus Recyclingmaterial. Nach der Verwendung werden die Schutzelemente dem Recyclingprozess wieder zugeführt und vollständig aufbereitet und wiederverwertet. So wird auch hier ein geschlossener Rohstoffkreislauf erreicht.

Pöppelmann Famac: Kreislauffähige Beutelverpackungen mit Ausgießer

Die Division Pöppelmann Famac entwickelt und produziert Komponenten sowie Verpackungen aus Kunststoff und erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen, die unter anderem den Vorgaben der Pharma- und Lebensmittelindustrie entsprechen. Gemeinsam mit Partnern wird hier an der Entwicklung vollständig kreislauffähiger Beutelverpackungen gearbeitet, die nach Gebrauch wieder als Rohstoff für die Fertigung neuer Ausgießer, Kappen und Beuteln zur Verfügung stehen – und damit ebenfalls für einen geschlossenen Materialkreislauf sorgen. Dieser Geschäftsbereich steht vor besonderen Herausforderungen: Die Verpackungen von Pöppelmann Famac werden unter anderem in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Auch wenn aus technischer Sicht ein geschlossener Materialkreislauf realisierbar ist, müssen hier zusätzlich die besonderen regulatorischen Vorschriften für Lebensmittel beachtet werden. Da es hier aktuell noch keine zertifizierten Recyclingprozesse gibt, steht der Geschäftsbereich in engem Austausch mit der Lebensmittelindustrie, dem Handel und Forschungseinrichtungen, um die Entwicklung nachhaltiger Lösungen weiter voranzutreiben.

K-Tech: Lösung für hochpräzise technische Kunststoffteile gesucht

Pöppelmann K-Tech ist führend in der Entwicklung und Serienproduktion hochpräziser technischer Kunststofflösungen, zum Beispiel für die Automobilindustrie. Die Division setzt längst ebenso Recyclingmaterialien ein, zum Beispiel sogar für Produkte, die lange Jahre im Fahrzeug verbleiben. So werden Rezyklate zum Beispiel für Gehäuse für Start-Stop-Batterietechnik, Designabdeckungen für Fahrassistenzsysteme, Halter für Elektromodule wie TV Tune und Surroundview, Kabelführungen und Verbindungselemente eingesetzt. In der Division K-Tech wird ebenfalls an Lösungen für einen geschlossenen Materialkreislauf geforscht.

Mit mehr Nachhaltigkeit weltweite Vorreiterrolle anstreben

Mit Pöppelmann blue will die Pöppelmann Gruppe den ökologisch notwendigen Übergang von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben und ökologisches Denken mit wirtschaftlichem Handeln in Einklang bringen. Im Unternehmen versteht man die neue Kunststoffstrategie der Europäischen Union nicht nur als Verpflichtung, sondern als große Chance für die Branche, wie Matthias Lesch unterstreicht: „Mit der Entwicklung neuer Technologien und Materialien, die Umwelt und Klima schützen, können wir weltweit eine Führungsrolle übernehmen.“

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