Gehäusebearbeitung bei Rose.
Foto: Rose

Interviews

Rose: Warum Gehäuse zukunftsträchtig sind

Frank Dorpmüller, Leiter Qualitätsmanagement bei Rose, spricht über die Funktion von Gehäusen in der Mobilfunktechnik. Im Fokus stehen zwei Projekte.

Herr Dorpmüller, Rose hat einen Schwerpunkt im Rahmen der Gehäuse zum Schutz von Mobilfunktechnik – zukunftsträchtiger kann man sich ja hinsichtlich „Gehäusen“ nicht aufstellen, oder?

Das Thema Gehäuse wird gerne als C-Komponente abgestempelt und als wenig innovativ angesehen. Doch dem ist nicht so. Unsere Projekte, Kunden und Gehäuse sind innovativ, funktionell und hochwertig. Rose positioniert sich in vielen zukunftsträchtigen Bereichen. Vor kurzem haben wir zum Beispiel ein Gehäuse gebaut, das zum Schutz eines RF-Sensors in der Drohnenabwehr verwendet wird. Immer öfter gefährden nämlich Drohnen den Flugverkehr oder werden für den Schmuggel von Drogen in Gefängnisse verwendet. Ein weiteres innovatives Beispiel sind unsere Handbediengehäuse, die mittlerweile auch auf dem Golfplatz eingesetzt werden. Sie kommen zur Steuerung von Golf-Caddies zum Einsatz, die nicht nur die Ausrüstung, sondern auch den Spieler von einem Loch zum nächsten befördern.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang kundenspezifische Lösungen…

Kundenspezifische Lösungen sind in diesem Zusammenhang das A und O eines Projekts. Kunden haben zum Beispiel spezielle Anforderungen an eine bauraumgerechte Form, die Materialeigenschaften, die Veredlung oder die Einbauten von Gehäusen.

…und inwieweit wird der Kunde in die Entwicklung mit eingebunden?

Rose Systemtechnik ist auf Wunsch vom ersten Tag eines Projekts an mit dabei. Unser Team aus Ingenieuren und Technikern steht dem Kunden jederzeit zur Seite. Gemeinsam werden alle Details der Anforderungen durchgegangen, so dass ein perfekt auf den Kunden zugeschnittenes Produkt herauskommt. Unser hauseigenes Labor unterstützt dabei im Testing, aber auch in der Vorbereitung sämtlicher Zertifizierungsfragen.

Was genau hat es mit dem Projekt „Smart City“ auf sich...

Die Bedürfnisse des Menschen entwickeln sich rasant. Hier muss die Städteentwicklung ständig am Ball sein: Stadtmarketing und der stationäre Einzelhandel sind auf die Attraktivität der Städte angewiesen. Gehäuse finden sich in der „Smart City“ unter anderem in der Parkplatz-Sensorik, in der Beacon-Technologie, der Verkehrstechnik, dem Tunnelbau und in vielen anderen Bereichen wieder. Daher liegt es nahe, auch Gehäuse für die kapazitive Erweiterung von Mobilfunknetzen herzustellen.

...und was ist unter Beacon zu verstehen?

Mit Beacon wird ein Sender oder Empfänger bezeichnet, der auf der Bluetooth Low Energy [BLE] oder auch Bluetooth Smart Technologie basiert. Im Grunde genommen ist das eine Funktechnologie, die als Weiterentwicklung von Bluetooth verstanden werden kann. Es sind bereits vielerorts Beacons im Einsatz, um Besucher im Laden zu lokalisieren und ortsabhängige Angebote auf das jeweilige Endgerät zu schicken, oder aber, um zum Beispiel den Besucher im Museum mit historischen Fakten zu versorgen.

Können Sie das Thema „Kathrein Street Connect“ einmal kurz skizzieren?

„Kathrein Street Connect“ ist für Rose ein außerordentlich spannendes Projekt zur kapazitiven Erweiterung von Mobilfunknetzen. Dabei wird eine Antenne in unmittelbarer Nähe einer Basisstation durch eine Kernbohrung in den Boden eingelassen und ist nicht sichtbar. Sie rückt dadurch näher an die vorhandene Infrastruktur als Glasfaser- oder Breitbandkabel heran. Mit dieser Lösung werden im Mobilfunknetz stark frequentierte Orte wie Fußgängerzonen oder
Stadien durch leistungsstarke Mikrozellen versorgt, um den Kunden hohe Datenraten zu bieten.

Was war für Rose Systemtechnik dabei die größte Herausforderung?

Der Kunde wollte innerhalb von nur vier Wochen nach dem Erstgespräch testfähige Prototypen vorliegen haben. Rose hat das für den Kunden möglich gemacht. Nach den ersten Testings stand fest, dass ein Feder-Nut-Dichtsystem integriert werden muss, um die Schutzklasse IP 68 bieten zu können, da sich die Kernbohrung vollständig mit Wasser füllen kann. Gleichzeitig kommt das Gehäuse beispielsweise mit Streusalz, Fahrzeugölen oder Bremsstaub in Berührung. Hier
kommen die Standards des Europäischen Instituts für Telekommunikationsnormen, ETSI EN 300 019-1-5 und ETSI EN 300 019-1-8, zum Tragen.

Neben den Gehäusen für Mobilfunktechnik – wohin geht die Reise bei Rose?

Ein ganz wichtiges Thema bei Rose ist die Zukunft des HMI Bereichs. Auf der SPS IPC Drives 2017 in Nürnberg wurde gerade eine Entwicklungsstudie vorgestellt: Der neue „Curved“, ein innovatives Panel zur Maschinenbedienung. Diese Studie beruht auf einer Kooperation von Rose Systemtechnik mit der Schwesterfirma Kundisch GmbH, die Folientastaturen in der Kupfertechnologie entwickelt und herstellt. Ein gebogenes „Gorilla-Glas“ mit einer kapazitiven Tastatur, einem Touchpad und einem RFID-Chipleser wurden bei diesem Projekt in ein Rose-Gehäuse eingelassen.
Wie sie sehen, haben wir viele Ideen für die Zukunft von kundenspezifischen Sonderprojekten – aber auch für die Weiterentwicklung der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Unser neues, höhenverstellbares Tragarmsystem, GTV light, trägt ebenso zum technologischen Fortschritt in der Automation bei, wie unsere flexiblen, anwenderfreundlichen Steuergehäuse für verschiedene Einsatzgebiete.

Tim Bartl

Gehäuse

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