Prozessgesteuerte Zugangssicherung mit Smart Process Gating in der Intralogistik
Foto: Leuze

Sensorik

„Smart Process Gating“ – wer hat`s erfunden?

Mit seinem „Smart Process Gating“ ist Leuze electronic Gewinner des GIT Sicherheit Award 2019 und damit nominiert für den „Best of Industry-Award 2019“.

Volker Rohbeck, Sie haben es erfunden, das mit dem GIT Security Award 2019 prämierte „Smart Process Gating“… wie kam es zu dieser Idee?

Seit langem wissen wir von vielen unserer Kunden, dass sie mit den üblichen Mutingsensoren immer wieder an Grenzen stossen: mal ist kein Platz vorhanden, um die normativ geforderten Abstände einzuhalten, mal funktioniert die Erkennung nur unzuverlässig, weil das zu transportierende Material von Haus aus schwierig zu detektieren oder sehr verschieden groß ist. Dazu kommt, dass die oft verwendeten optischen Sensoren prinzipbedingt bei entsprechender Kenntnis auch manipuliert werden können. Deshalb haben wir uns gefragt, ob man die Funktion der Mutingsensoren nicht irgendwie ersetzen kann. Da die Steuerung in vielen modernen Produktionsanlagen Position und Größe des Materials oft ziemlich genau kennt, kam es schließlich zur Idee, optische Mutingsensoren nicht durch ein anderes Prinzip zu ersetzen, sondern sie gleich komplett wegzulassen und stattdessen Steuerungssignale aus dem Prozess zu verwenden, sofern sie in der erforderlichen Qualität zur Verfügung stehen.

Wie fühlt man sich an, wenn die eigene Idee plötzlich Wirklichkeit wird und dann sogar mit Gold prämiert?

Das ist natürlich wie ein Ritterschlag für den Erfinder. Aber genauso schön ist es, zu sehen, dass damit in der Praxis tatsächlich viele schwierige Applikationsaufgaben bei unseren Kunden sicher und zuverlässig gelöst werden können.

Von der Idee zum reifen Produkt ist es ein langer Weg. Wie lang und steinig war dieser?

Es hat schon einige Jahre gedauert, angefangen mit Überzeugungsarbeit im eigenen Haus, dann bei den Zulassungsstellen und schließlich bei unseren Kunden, die zunächst nicht glauben wollten, dass mit „Smart Process Gating“ (SPG) mindestens die gleiche, wenn nicht gar höhere Sicherheit erreicht werden kann wie mit dem klassischen, sensorbasierten Muting.

Wie schwierig war es, Ihre Kollegen für die Idee zu begeistern?

Anfänglich gab es Bedenken, denn SPG war neu und durch keine bestehende Norm abgedeckt. Es hat ein wenig gedauert bis allen Entscheidern klar war, dass die normativen Vorgaben nicht nur eingehalten, sondern sogar übertroffen werden. Zusammen mit den positiven Rückmeldungen wichtiger Kunden waren wir dann vom Marktpotential für diesen neuen Ansatz überzeugt.

Wie kam es zu diesem Namen? War dieser auch Ihre Idee?

Nein. Mein ursprünglicher Vorschlag war „Smart Access Muting“, da wir ja einen Teil der klassischen, sensorbasierten Mutinganwendungen ablösen wollen. Da es aber tatsächlich kein Muting im engeren Sinne der Norm ist, jedoch wie das Muting ebenfalls eine virtuelle Torsteuerung (Gating) mit prozesssynchronen Signalen einsetzt, habe ich mich von „Smart Process Gating“ gern überzeugen lassen.

Haben erste Kunden „Smart Process Gating“ bereits im Einsatz? Wo sehen Sie die Haupteinsatzgebiete?

Bereits in einer frühen Phase haben wir Feldtests bei ausgewählten Kunden durchgeführt. Schon dort waren sie begeistert, sofern sie in der Lage sind, die Prozesssignale in der erforderlichen Qualität zu liefern. Bei einigen ist SPG zur bevorzugten Lösung für Neuanlagen geworden. SPG kann ja prinzipbedingt viel „smarter“ an verschiede Objekte angepasst werden als Muting. Es ist aber nicht die universelle Ablösung für alle Mutinganwendungen, sondern eine Ergänzung. Applikationsschwerpunkte sehe ich insbesondere bei Zugangssicherungen im Auslauf von automatisch arbeitenden Födersystemen oder stand-alone Maschinen sowie bei steuerungstechnisch verketteten Maschinenanlagen, da hier die Steuerung meist recht genau weiß, wo sich wann welches Material befindet.

Als Gewinner des GIT Sicherheit Award ist das „Smart Process Gating“ nun nominiert für den „Best of Industry Award“. Wie rechnen Sie sich die Chancen hierfür aus?

Die Entscheidung über den „Best of Industry Award“ trifft zu 50% die Fachjury, die aus Experten der Industrie und Forschung sowie Fachredakteuren des „MM Maschinenmarkts“ besteht. Die anderen 50 % der Stimmen hat die Leserschaft von „MM Maschinenmarkt“ und dessen „Online-Community“. Eine solche Entscheidung ist schwer vorherzusehen. Wir lassen uns überraschen und drücken unserem „Smart Process Gating“ natürlich die Daumen.

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