Virtual Reality ist eine lohnende Zukunftstechnologie für Schulungen.
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Hard- und Software

Virtual Reality als Zukunftstechnologie für Schulungen

Warum Unternehmen bei ihren Weiterbildungen auf Virtual Reality setzen sollten und für welche Schulungsinhalte VR-Brillen geeignet sind, lesen Sie hier.

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter begeistern wollen, setzen für ihre Schulungen Virtual Reality-Brillen ein. Die Technologie der Zukunft vermittelt spielerisch Arbeitsabläufe und maximiert dabei die Informationsvermittlung. Stundenlange Weiterbildungen mit endlosen Powerpoint Präsentationen könnten damit zumindest teilweise der Vergangenheit angehören.

Die Digitalisierung schreitet weiter voran

Unternehmen investieren in neue Software für Konnektivität, bieten Anwendungen in Clouds an und sorgen dafür, dass ihre Mitarbeiter und Maschinen immer effizienter und vernetzter arbeiten. Nur in den Schulungsabteilungen war von diesem Trend bisher noch nicht viel zu spüren: entweder trockene Vermittlung von Theorie mit Powerpoint Präsentation und - wenn die Teilnehmer Glück haben - Videos sowie 3D Animationen. Manche Unternehmen bieten On-Site Trainings an, die zwar den Vorteil haben, Arbeitsschritte unter realen Bedingungen zu üben, die aber für den Arbeitgeber teuer sind. Die lange Abwesenheit der Mitarbeiter, entstehende Kosten für Anreise und Unterbringung sowie während der Übungsstunden ausfallende Maschinen schlagen zu Buche. Dazu kommt, dass Ausbildungsprogramme immer schneller Ergebnisse bringen sollen. Für die Unternehmen wäre es also Zeit, den Einsatz von VR-Brillen für virtuelle Schulungen für sich zu entdecken.

Vorteil: technische Abläufe in der Virtuellen Realität üben

Als ganz klaren Vorteil der VR-Schulungen gegenüber klassischen Methoden betonen Teilnehmer die Realitätsnähe. Und tatsächlich: Wenn man Arbeitsschritte einmal selbst praktisch ausgeführt hat, dann bleibt der Bewegungsablauf viel eher haften. Das belegen Studien, in denen ermittelt wurde, dass die Informationsvermittlung beim Einsatz von Virtual Reality bei sage und schreibe 90 Prozent liegt, im Gegensatz zu 20 Prozent bei klassischen Methoden wie etwa Frontalunterricht oder 40 Prozent bei Animationen.
Wie führe ich bei der Maschine einen Ölwechsel durch? Welche Schraube löse ich zuerst? Wie kann ich mit dem Kran Lasten heben und bewegen? Wenn es zum Beispiel um technische Abläufe beim Bedienen von Maschinen geht, sind oftmals zehn, zwanzig oder gar mehr Arbeitsschritte nötig. Anstatt diese nur auswendig zu lernen, kann der Bediener sie dank der VR-Brille in der Schulung praktisch üben, indem er mit Kontrollgeräten seine virtuellen Hände steuert. Sensoren übertragen seine Bewegungen dann in die virtuelle Realität.

Wer hat's erfunden? Virtual Reality in der Luft- und Raumfahrt

In diesem Simulationstraining wird Handlungssicherheit geübt - ein besonders wichtiger Aspekt für das Bedienen von Maschinen. Denn ein falscher Handgriff kann hier schnell Gefahr für sich und andere bedeuten. “Sie würden sich ja auch nicht in ein Flugzeug setzen, wenn Sie wissen, dass der Pilot noch nie geflogen ist”, verdeutlicht Stefan Barnewitz die Notwendigkeit der praxisnahen Ausbildung mit VR. Barnewitz ist Marketing- und Vertriebsleiter bei der Blue Silver GmbH, die Kunden aus der Industrie beim Entwickeln von VR-Schulungen unterstützt.
Tatsächlich ist die Luft- und Raumfahrt Pionier bei der Anwendung von Virtual Reality für Schulungszwecke: Die NASA setzt bereits seit den 80er Jahren auf die Technologie. Das Head-Mounted-Display - ein Datenhelm mit stereoskopischer Sicht und elektromagnetischem Tracking der Kopfbewegungen - erlaubte das Eintauchen in eine andere Welt und kam der heutigen Virtual-Reality-Brille bereits sehr nahe. Natürlich war der Einsatz von VR zu diesem Zeitpunkt mit Investitionen in Millionenhöhe noch unbezahlbar. Das ist heute anders. Schon ab einem unteren fünfstelligen Betrag kann ein Unternehmen seine eigene virtuelle Schulungsstation einrichten.

Virtuelle Schulungsstationen: Investitionen mit Zukunft

  • Kosten optimieren: Zu Beginn reicht auch oft eine VR-Brille. Während dann ein Teilnehmer in die Parallelwelt eintaucht, können die anderen jeden Handgriff auf einem Monitor verfolgen. Zudem können zusätzlich Kosten optimiert werden, indem die Programmierung der 3D Animation auch für andere Anwendungen genutzt wird, nicht nur für die virtuelle Schulung.
  • Skalierbarkeit: Ist die Anwendung einmal aufgesetzt, kann das VR-Training unendlich erweitert werden. Einziger Kostenfaktor ist dann das Bereitstellen weiterer Hardware. Gerade in der aktuellen Situation, wenn Präsenztraining nicht möglich ist, bietet dies die Möglichkeit, Mitarbeiter schulen zu können.
  • Edutainment: Nicht nur die Realitätsnähe, sondern auch der Spaßfaktor spielt bei Weiterbildungen mit Einsatz von Virtual Reality eine große Rolle. Das spielerische Vermitteln von Wissen liefert Anreize, weckt den Entdeckungsdrang und gefährliche Situationen können nachgestellt werden. Dabei darf auch mal was kaputt gehen, es ist ja schließlich nicht real.

"Motion Sickness"verhindern! Worauf zu achten ist

Führen Unternehmen Schulungen mit VR-Brillen ein, sollten sie aber darauf achten, dass die Anwendung eine Stunde nicht überschreitet, optimal ist eine Dauer von 30 Minuten. Auch auf eine eventuell auftretende Motion Sickness sollten die Teilnehmer hingewiesen werden. Dies kann besonders bei Erstbenutzern vorkommen und äußert sich als eine Art Reisekrankheit. Der Grund dafür ist die leichte Latenz und die Bildrate. Dadurch, dass der Anwender sich in der Virtuellen Realität bewegt, in Wirklichkeit aber nicht, wird Übelkeit verursacht. Damit der Gleichgewichtssinn nicht verrückt spielt ist es ratsam, sich also tatsächlich zu bewegen, während man die VR-Brille trägt. Dabei sollte man darauf achten, keine ganzen Drehungen zu vollziehen, sondern den Körper nur leicht zu kippen sowie lineare Bewegungen nach oben, unten, nach vorne und zur Seite zu machen. Ein weiterer Trick ist es, die Helligkeit zu reduzieren, weil wir in einem dunklen Umfeld generell langsamer auf optische Reize reagieren.

Wann eignen sich Schulungen mit VR-Brillen?

Eine realitätsnahe Wissensvermittlung ist ein großer Pluspunkt für die betriebliche Weiterbildung. Bevor Unternehmen den Schritt wagen, sollten sie analysieren, wie sie Virtual Reality für interne Schulungen einsetzen können und sich folgende Fragen stellen:

  • Gibt es Bewegungsabläufe und Handlungen, die virtuell trainiert werden können, wie zum Beispiel der Einsatz an Maschinen, Verkaufsschulungen, Dienstleistungsservices oder bestimmte wiederkehrende Situationen?
  • Wie zeit- und kostenintensiv ist es, viele Mitarbeiter im Schulungsraum zu versammeln? Denn VR-Anwendungen erlauben es, dass mehrere Teilnehmer gleichzeitig online virtuell agieren.
  • Sollen Schulungen effizienter werden? VR-Brillen können die Schulungsdauer deutlich reduzieren. Wenn vorher beispielsweise ein dreitägiges Praxistraining an einer Maschine geplant war, kann oft ein kompletter Tag durch Simulation in Virtueller Realität ersetzt werden.

Dabei sollte bedacht werden, dass die VR-Schulungen die Realität nicht ersetzen, sondern das Training ergänzen. Optimal ist eine Kombination aus klassischer theoretischer Wissensvermittlung mit anschließendem Simulationstraining, um optimale Handlungssicherheit zu gewährleisten.

Fazit

Die Digitalisierung verändert unsere Wahrnehmung und verlangt neue Methoden der Wissensvermittlung. Unternehmen können heutzutage VR-Brillen für ihre betrieblichen Schulungen einbinden, um Bewegungsabläufe und Situationen in einer simulierten Umgebung zu vermitteln, bevor sie in der realen Praxis Anwendung finden. Die Virtuelle Realität ermöglicht nicht nur effizientere und interessantere Weiterbildungen, sondern der Einsatz dieser innovativen Technik ist ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Transformation.

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