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Mit CuNi30 wollen 3D Systems und HII die Vorlaufzeit für traditionell gegossene Teile um 75 % verkürzen.
Foto: 3D Systems
Mit CuNi30 wollen 3D Systems und HII die Vorlaufzeit für traditionell gegossene Teile um 75 % verkürzen.

News aus der Additiven Fertigung

Von Druckgeräten über Kupfer bis Formel 1

Zwei Veranstaltugen stehen in der Additive Fertigung an. Außerdem hat 3D Systems eine Kupfer-Nickel-Legierung und McLaren druckt mit Stratasys.

Mit Stereolithografie (SLA) verbessert McLaren die Aerodynamik seiner Formel-1-Fahrzeuge. Auf fünf Neo-800-Maschinen druckt der Rennstall bis 9.000 Teile pro Jahr für Front- und Heckflügel sowie große Teile der seitlichen und oberen Karosserie. Die SLA-Maschinen von Stratasys haben einen Bauraum von 800 mm × 800 mm × 600 mm.

Die Schnelligkeit, mit der Prototypen per 3D-Druck gefertigt werden, war wohl nicht der Haupthauptgrund für McLaren. Eher das Budget, das von 175 Mio. $ in 2021 bis 2023 auf 135 Mio. $ gesenkt wird. Mit den Druckern am eigenen Standort sparen sie Kosten für Zulieferer und Qualitätssicherung, Montagevorrichtungen, Schablonen und kleine Formen, da sie die ebenfalls selbt aus Kunststoff drucken und Materialkosten.

Eine der Hauptanwendungen für die Neo-800-Drucker bei McLaren sind Windkanaltests. Das Team verwendet 60 % der Modelle im Originalmaßstab, um das Aerodynamikpaket zu verbessern, mehr Abtrieb zu erzielen, der für mehr aerodynamischen Grip sorgt, und um die aerodynamischen Belastungen an der Vorder- und Rückseite des Autos auszugleichen. „Unsere 3D-Druckerhaben uns geholfen, die Vorlaufzeiten für unsere aerodynamischen Windkanal-Komponenten und -Projekte drastisch zu verkürzen“, erklärte Tim Chapman, Leiter der Additiven Fertigung bei McLaren Racing. Das Team druckt Teile mit dem Resin Somos Perform Reflect, das speziell für Windkanalmodelle entwickelt wurde. Es entstehen robuste, starre Teile, deren Nachbearbeitungszeit 30% kürzer ist.

Tagung „Additive Fertigung von Druckgeräten“

Die Tagung „Additive Fertigung von Druckgeräten“ steht im Mittelpunkt einer neuen Fachkonferenz von Tüv Süd.  Ausgehend vom Überblick über den Stand der Normung befassen sich die Vorträge des ersten Tages mit den Anforderungen an Rohstoffe und Werkstoffe sowie der Qualitätssicherung bei der Produktion. Am zweiten Tag geht es zunächst um den Stand der Forschung beispielsweise bei der Integration der Additiven Fertigung in den Druckgerätebau und bei der zerstörungsfreien Prüfung, bevor der praktische Nutzen der Additiven Fertigung von Druckgeräten an konkreten Anwendungsbeispielen aufgezeigt wird.

Die Fachtagung findet am 10. und 11. Oktober 2022 in München statt, Teilnehmer zahlen 860 Euro (zzgl. gesetzlicher USt.).

Forum „Additive Fertigung“

Bereits am 22. September 2022 veranstaltete Niedersachsen Additiv das Forum „Additive Fertigung“. Im Laser Zentrum Hannover (LZH)berichten Vertreter aus Industrie, Forschung und Verbänden über die Potenziale der Additiven Fertigung, die neuesten Entwicklungen, Anwendungsfelder und Geschäftsmodelle. Für den Abend sind Networking und ein Versuchsfeldrundgang im LZH geplant.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Niedersachsen sind eingeladen, mehr darüber zu erfahren, wie sie die Potenziale additiver Prozesse für ihr Unternehmen nutzen können. Die Teilnahme ist kostenlos.

Kupferlegierung für Pulver-Verfahren

Für sein Pulversystem DMP Flex 350 hat 3D Systems eine neue korrosionsbeständige Kupfer-Nickel-Legierung. CuNi30 mit dem US-amerikanischen Unternehmen HII entwickelt. Dessen Sparte Newport News Shipbuilding nutzt die Legierung für anstelle herkömmlicher Gussverfahren. Die Unternehmen rechnen durch die Umstellung mit 75 % verkürzten Vorlaufzeiten und weniger Lagerkosten.

Kupfer-Nickel-Legierungen werden häufig in Salzwasser, Erdöl und säurehaltigen Umgebungen eingesetzt, da das Material eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit aufweist und antimikrobielle sowie algenhemmende Eigenschaften besitzt. Standardanwendunge für CuNi30 sind Rohrfittings und Ventile für die Schifffahrt, die Offshore-Öl- und Gasindustrie sowie die chemische und nukleare Industrie. Diese Legierungen besitzen außerdem stabile mechanische, physikalische und thermische Eigenschaften (von 400 °C bis –270 °C), womit sie sich für kryogene Anwendungen eignen.

Mit SLA hat McLaren die Vorlaufzeiten für aerodynamische Windkanal-Komponenten und -Projekte verkürzt.
Im Oktober findet die Tagung „Additive Fertigung von Druckgeräten“ statt.