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Re-Engineering und die folgende Reproduktion von Bauteilen erfordern eine sorgfältige Vorgehensweise. Hier hilft ein Obsoleszenz-Plan.

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Was bringt Obsoleszenz Management im Mittelstand?

Wenn Produktlebenszyklen immer kürzer werden, gewinnt das Thema Obsoleszenz auch für den deutschen Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Was also ist zu tun?

Obsoleszenz Management wird auch für Unternehmen des Mittelstands zu einer relevanten Kernstrategie in einem wandelnden Industriegütermarkt. Denn hinter der Industrie 4.0 verbirgt sich auch eine Schattenseite mit signifikanten Auswirkungen auf langwierige Investitionen: Infolge rasanter Produktentwicklungen, effizienterer Produktionsprozesse und individueller Automatisierungstechnologien wird ein langfristiger Planungshorizont erschwert. Bauteile werden abgekündigt, Ersatzteile sind nicht mehr verfügbar, der Produktlebenszyklus erfüllt den Bedarf von den Branchen nicht mehr, die auf beständige und hochwertige Investitionsgüter angewiesen sind.

Aber nicht nur die Hersteller sind schuld an dem Mangel von Bau- und Ersatzteilen, auch umweltschutzpolitische Überlegungen oder Megatrends wie IoT gehören zu den Auslösern von verkürzten Produktlebenszyklen. 

Auswirkungen auf die gesamte Produktions- und Lieferkette

Die Kernproblematik der abgekündigten Bauteile liegt in der langfristigen Auswirkung auf die gesamte Produktions- und Lieferkette. Die Erschwernis liegt hierbei auf der Hand: internationale Hersteller kündigen aus unterschiedlichsten Gründen die Ersatzteile der Maschinen ab. Während das aktive Instandhaltungsmanagement schon seit Jahren in Branchen der Wehrtechnik oder der Bahnindustrie zugegen ist, ziehen sich die Auswirkungen der Obsoleszenz inzwischen durch eine Vielzahl von Branchen. Die betroffenen langfristigen Investitionsgüter sind omnipräsent in Produktionsunternehmen im deutschen Mittelstand.

„Die Abkündigung der Einzelteile stellt kleine Mittelständler genauso wie große Industrieunternehmen vor einen ökonomischen und ökologischen Zwiespalt. Voll funktionsfähige Maschinen müssen aufgrund fehlender Ersatzteile abgeschaltet werden. Um eine nachhaltige Lösung für dieses Problem zu schaffen, fertigen wir für unsere Kunden adäquate Bauteile. Auf diese Weise können Maschinen für den fortlaufenden Betrieb aufgerüstet werden“, erklärt Andreas Klatt, Technischer Leiter der VWH GmbH.

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Foto: Christian Schlueter
Während das aktive Instandhaltungsmanagement schon seit Jahren in Branchen der Wehrtechnik oder der Bahnindustrie zugegen ist, ziehen sich die Auswirkungen der Obsoleszenz inzwischen durch eine Vielzahl von Branchen.

Welche Branchen sind betroffen?

Namentlich die Branchen der Energieversorger, Bautechnik, Luftfahrttechnik oder der industriellen Fertigung haben mit den Folgen von Obsoleszenz zu kämpfen. Diese Branchen sind darauf angewiesen, dass erworbene Maschinen bis zu einem Zeitraum von 20 Jahren instand gehalten werden. Während in den Produktionshallen ein dauerhafter Betrieb garantiert werden muss, betrifft das Obsoleszenz Management nicht nur interne Prozesse. Durch die gesamte Lieferkette sollte eine Ersatzteilverfügbarkeit sichergestellt werden, welche auch über einen langfristigen Zeitraum erfüllt werden kann.

Um eine universelle Grundlage des übergreifenden Obsoleszenz Managements zu gewährleisten, ist die langfristige Bereitstellung für Deutschland über die VDMA 24903 und den europäischen Raum über die DIN EN 62402 Norm geregelt. Da viele der internationalen Lieferanten und Hersteller im Ausland sitzen, kann es trotzdem nicht verhindert werden, dass diese ohne weitergehende Informationen ihre Bauteile abkündigen. 

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Um Kosten zu vermeiden und Notfälle vorbereitet anzugehen, dient das Obsoleszenz Management als Instrument der Planungssicherheit. Die Abkündigung eines Bauteils ist meist kein Schritt der abrupt eintritt, in einer Vorankündigung gibt es genügend Zeit zur vorsorglichen Planung. Auf Anwenderseite gilt es die Herausforderungen der Obsoleszenz mit einer effizienten Planung entgegenzustehen. Hierbei unterscheidet man zwischen dem reaktiven und dem proaktiven Obsoleszenz Management. Während die reaktive Handlung ein direktes Handeln zum Lösen des aufgetretenen Problems ist, so ist proaktives Obsoleszenz Management der Schlüssel zu einer sorgenfreien Verfügbarkeit von Bauteilen und Ersatzteilen.

Zur fortlaufenden Instandhaltung langlebiger Investitionsgüter, obliegt es dem Drang nach einer systematischen Zusammenarbeit zwischen dem betroffenen Unternehmen und einem operativen Partner zur gemeinsamen Entwicklung eines Obsoleszenz Plans.

Die operative Umsetzung des Obsoleszenz Managements

Re-Engineering und die folgende Reproduktion der Bauteile erfordern eine sorgfältige Planung der Vorgehensweise. Hierzu sollte eine Dokumentation der abgekündigten Bauteile erstellt werden, welche zukünftig aufkommende Problemstellen identifizierbar macht. Anhand der Dokumentation und den zugehörigen Zeichensätzen, kann der Produktionsprozess abgeleitet werden. Beginnend mit einem Re-Design bzw. Re-Engineering, garantiert zum Beispiel die VWH GmbH verschiedenste Lösungswege in unterschiedlichen Produktionsformen.

„Wir verfügen inhouse über eine hohe Wertschöpfungskette, um den komplexen Anforderungen unserer Kunden gerecht zu werden. Unser Leistungsspektrum umfasst unter anderem den Sondermaschinen- und Werkzeugbau“, zeigt Andreas Klatt, Technischer Leiter der VWH GmbH auf. Bei nicht vorhandenen Zeichnungssätzen kann ein Bauteil per optischer oder taktiler Vermessung nachvollzogen werden. Die Reproduktion erfolgt dann in der hauseigenen Fertigung und gewährleistet somit eine jahrzehntelange Produktion der Bauteile. Auch nach der Produktion ist die passende Qualitätskontrolle gewährleistet. Die fortlaufende Betreuung wird zusätzlich durch die benötigte Ersatzteillogistik sichergestellt.

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Foto: Christian Schlueter
Branchenübergreifende Expertise und ein umfassender Service für abgekündigte Bau- und Ersatzteile: Als beständiger Partner offeriert die VWH GmbH passende Lösungen für das reaktive und proaktive Instandhaltungsmanagement.
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