Vereinzelung und Ausrichtung: Die Schlauchfassungen werden unter dem digitalen Auge eines Vision-Sensors vereinzelt und ausgerichtet. Was falsch herum liegt bringt ein Drehmodul auf Kurs. Gleichzeitig wird die Oberflächenbeschichtung geprüft.
Foto: Inotec

Prüftechnik

Welche Vorteile hat eine mehrstufige Prüfanlage

Inotec AP realisiert Prüfanlage zur vollautomatischen Endkontrolle von Massenteilen. Als Projektpartner mit im Boot war das auf die industrielle Bildverarbeitung spezialisierte Unternehmen NERA Vision.

Wer einen Namen als zertifizierter Premium-Zulieferer von Massenteilen hat, muss es ernst nehmen mit der Qualitätssicherung. Das auf die Großserien-Herstellung metallischer Dreh- und Frästeile spezialisierte Unternehmen Szabo Fertigungstechnik investiert daher kontinuierlich in moderne Mess- und Prüftechnik. Unter anderem beauftragte es jüngst den Wettenberger Sondermaschinenbauer inotec AP mit der Realisierung einer Anlage für die 100-Prozent-Endkontrolle von hohlzylindrischen Schlauchfassungen, die in Millionenauflage produziert werden. Die Anforderungen dafür waren hoch: Die Prüfanlage sollte jedes Bauteil innen und außen kontrollieren, extrem schnell sein, verschiedene Fassungsvarianten verarbeiten können und Fehlteile prozesssicher aussortieren.

Anlagenbauer inotec AP löste diese komplexe Aufgabenstellung mit einer Mehrstationen-Linie, in der förder- und lineartechnische Komponenten für die Vereinzelung und Positionierung sorgen, während taktile und optische Verfahren jede einzelne Schlauchfassung vermessen. Das alles geschieht vollautomatisiert und mit einer Ausgabegeschwindigkeit von 1,0 pps (part per second). Für den Hersteller bedeutet das: Er kann seine Großserien absolut lückenlos prüfen und seinem Kunden das Qualitätsversprechen geben, dass tatsächlich nur einwandfreie Bauteile ausgeliefert werden. Wie das durchgetaktete Wechselspiel von Förder- und Messtechnik der innovativen Mehrstationen-Anlage von inotec AP im Detail funktioniert, können sich Interessierte auf der diesjährigen Motek in Halle 3 am Stand 3221 erläutern lassen.

Vollsynchronisierter Prozess

Die Messebesucher erfahren beispielsweise, dass der vollsynchronisierte Prozess mit einem einfachen Teilebunker startet, der zunächst die Schlauchfassungen aus der Produktion von Szabo aufnimmt. Ein Vertikal-Stufenförderer entnimmt die Teile daraus in kleinen Gruppen und führt sie über ein schmales Förderband einer schräg stehenden Führungsschiene zu. Hier werden sie unter dem digitalen Auge eines Vision-Sensors vereinzelt und ausgerichtet. Was falsch herum liegt bringt ein Drehmodul auf Kurs. Gleichzeitig wird die Oberflächenbeschichtung geprüft. Einen Wimpernschlag später rutscht jede Schlauchfassung einzeln in einen Aufnahmesockel auf einem getakteten Förderband und durchläuft nun mehrere Messstationen.

Während ein telezentrisches Kamerasystem im Durchlicht-Verfahren die äußeren Konturen vermisst, kontrolliert eine taktile Messeinheit die Länge. Zum Ausschluss von Spänen und Partikeln erfolgt im nächsten Schritt eine optische Kontrolle von beiden Stirnseiten und Innenraum sowie eine Vermessung der Anarbeitungen (z.B. Fasen). Hierfür kommt kombiniertes Durch-/Auflicht-Kamerasystem zum Einsatz. Danach wird die Innenkontur beidseitig taktil vermessen. Dies geschieht mit linearmotorisch rasant zugestellten Messdornen, wobei ein integriertes Schnellwechselsystem vier Dorne für vier verschiedene Messkriterien vorhält und das rasche Umrüsten managt. Clever: Die Linearmotormodule fungieren über ihr internes Messsystem zugleich als dynamische Messtaster.

Anschließend erfolgt mit Hilfe eines Messrings und – ebenfalls linearmotorisch beschleunigt – die Kontrolle des Außendurchmessers. An dieser Stelle trennt sich die Spreu von Weizen: Alle Schlauchfassungen, die bis dahin durch Makellosigkeit aufgefallen sind, schubst das System in den Behälter mit dem Etikett „In Ordnung“. Alle Fehlteile hingegen fördert das Band weiter bis in die Ausschusskiste.

Volle Leistung mit bewährten Partnern

Der Leistungsumfang von inotec AP reicht im Fall der neuen Mehrstationen-Prüflinie von der Entwicklung über das komplette Engineering bis hin zur Inbetriebnahme beim Kunden. Auch die Steuerungstechnik mit Bedienpanel, Touchscreen, Prozessvisualisierung und Typenverwaltung –integriert in einem kompakten Schaltschrank – gehört mit dazu. Wie bei vielen ähnlich gelagerten Projekten vertraute der Sondermaschinenbauer bei der Auswahl entscheidender Komponenten aber auch auf die technischen Lösungen langjähriger Systempartner. Im Bereich der industriellen Bildverarbeitung holte man erneut das Unternehmen NERA Vision (www.nera-vision.com) mit ins Boot. Die hochdynamischen Linearmotor-Module entstammen der HighDynamic-Linie des Kinematik-Spezialisten JA2 (www.highdynamic.de), die auf der diesjährigen Motek in Halle 3 am Stand 3231 zu sehen sind.

Mit der kunden- und produktspezifisch ausgelegten Mehrstationen-Prüflinie für seinen Kunden Szabo (www.szabo-tech.de) unterstreicht inotec AP einmal mehr seine hohe Kompetenz auf dem Gebiet des Sondermaschinenbaus. Auf der Motek informiert das Unternehmen außerdem über seinen flexiblen Universalprüfstand SmartTester (siehe Kasten), der Prüftechniker und Qualitätsbeauftragte in die Lage versetzt, unterschiedliche mechatronische Funktions- und Belastungstests von Komponenten, Baugruppen und Endprodukten auf einem einzigen System auszuführen.

www.inotec-ap.de

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