Haimer-Geschäftsführer Andreas Haimer: „Mit dem DAC wollen wir die Digitalisierung im Werkzeugmanagement auch für klein- und mittelständische Unternehmen umsetzbar machen.“
Foto: Haimer

Hard- und Software

Haimer in Hannover: Digitalisierung auch für KMU

Auf der EMO 2019 zeigt Haimer modernes Werkzeugmanagement: Prozesssichere Komponenten, durchgängige Digitalisierung und vollautomatisierte Werkzeugvoreinstellung.

Die Haimer-Gruppe hat sich mittlerweile als Systemanbieter für das komplette Werkzeugmanagement etabliert und führt dieses mit großen Schritten in die Zukunft:
Die Basis ist das hochwertige Produktprogramm, das von verschiedensten Werkzeugaufnahmen, Schrumpf- und Auswuchttechnik, Werkzeugvoreinstellgeräten bis hin zu Hartmetallwerkzeugen und Messtastern reicht. In darauf aufbauenden Tool Room-Lösungen bündelt Haimer all diese Komponenten mit funktioneller, ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung. Eine neue Software, die den durchgängigen Austausch der Werkzeugdaten ermöglicht, verknüpft sie schließlich zu einem digitalen Industrie 4.0-System.

Data Analyzer and Controller vernetzen das Werkzeugmanagement

DAC (Data Analyzer and Controller) heißt das von Haimer entwickelte Werkzeugmanagement-System, das in der eigenen Fertigung in Igenhausen schon seit längerem genutzt und nach der EMO 2019 zum Verkauf angeboten wird. Es managt den Austausch von Soll- und Ist-Werten sowie anderen Werkzeugdaten zwischen den einzelnen Tool Room-Stationen und stellt die Verbindung mit dem Unternehmensnetzwerk her. Im Zusammenspiel mit RFID-Datenchips, mit denen sich Haimer-Werkzeugaufnahmen optional ausstatten lassen, oder über QR- bzw. Data Matrix-Codes (die über einen Scanner von verschiedenen Systemen ausgelesen und ausgewertet werden können), erlaubt der Haimer DAC eine eindeutige Identifikation des Gesamtwerkzeugs.
Durch die Netzwerkverbindung steuert er weitere Werkzeugdaten bei: die Anleitung für Zusammenbau, Artikelnummern, Lagerbestandsanpassung und 3D-Modelle. Zusätzlich unterstützt er den Anwender bei der Analyse der Produktionsdaten und der Prozessoptimierung.

So läuft Werkzeugmanagement mit Haimer DAC in der Praxis ab

  1. Im CAD/CAM-System wird ein Werkzeugauftrag generiert und an den DAC gesendet. Dort wird eine Tool-Ident-Kennung vergeben, die das Werkzeug fortan begleitet.
  2. Es folgen die Stationen Montage (z.B. Schrumpfen), Vermessen und Auswuchten, die durchgängig mit dem DAC kommunizieren.
  3. Nach der letzten Werteübernahme werden die Daten an die Steuerung der Werkzeugmaschine geschickt und dort der Magazinplatz festgelegt. Je nach Wuchtgüte erfolgt – falls erforderlich – eine Anpassung (z.B. Reduktion) der maximalen Drehzahl auf der Maschine.
  4. Nach der Bearbeitung findet eine Rückübertragung der Reststandzeit des Werkzeugs an den DAC statt. Eine Verwechslung des Magazinplatzes kann dabei durch Scannen der Werkzeugidentnummer an der Maschine ausgeschlossen werden.

Der Anwender steuert den gesamten Ablauf nur durch Klicken und Bestätigen bzw. Werteübernahme. Da keine manuelle Eingabe erforderlich bzw. möglich ist, gibt es auch keine Falscheingabe- und damit Kollisionsrisiken. Geschäftsführer Andreas Haimer erklärt: „Mit dem DAC wollen wir die Digitalisierung im Werkzeugmanagement auch für klein- und mittelständische Unternehmen umsetzbar machen.“ Das Konzept ist daher von klein nach groß skalierbar. Es können flexibel sowohl bestehende Einstellgeräte sowie verschiedenste CAD/CAM-Systeme bzw. Steuerungen angebunden werden.

Foto: Haimer
Alle Haimer-Produkte sind mit Hilfe des Werkzeugmanagement Systems DAC (Data Analyzer and Controller) verbunden und für den unkomplizierten Datenaustausch vorbereitet.

Vollautomatisierung für den Werkzeugraum

Ein weiteres Highlight auf dem Haimer-Messestand ist eine Roboterzelle, mit der sich die Werkzeugvoreinstellung komplett automatisieren lässt. Sie enthält einen Werkzeugwagen, der mit Werkzeughaltern und Werkzeugen bestückt ist. Auf einem Voreinstellgerät Microset VIO linear toolshrink werden die Werkzeuge auf Maß eingeschrumpft und eingestellt. Nach der Abkühlung wird die Wuchtgüte des jeweiligen Komplettwerkzeugs geprüft. Das fertig montierte und geprüfte Gesamtwerkzeug wird anschließend auf einem zweiten Werkzeugwagen abgelegt und ist damit zur Verwendung freigegeben. Das komplette Handling übernimmt ein Roboter.
Andreas Haimer weist darauf hin, dass jegliche Automatisierung nur dann sinnvoll und erfolgsversprechend ist, „wenn die implementierte Hardware hundertprozentig zuverlässig funktioniert. Unsere Produkte sind allesamt so robust ausgeführt und auf Langlebigkeit hin ausgelegt, dass sie höchste Prozesssicherheit gewährleisten und für jegliche Automatisierung geeignet sind.“

Neue Werkzeugspanntechnik fürs Drehen und Fräsen

Einen weiteren Fokus legt Haimer auf Werkzeug(spann)lösungen fürs Drehen. Mit Haimer Duo-Lock- und Schrumpfspannzangen für angetriebene Werkzeuge lässt sich der Werkzeugwechsel hochgenau und prozesssicher in der Maschine realisieren – was reduzierte Rüstzeiten zur Folge hat und damit zu Produktivitätssprüngen beiträgt. Die Schrumpfspannzangen werden um die Größen ER 11 und ER 32 erweitert. Um den Werkzeugwechsel bei Schrumpfspannzangen zu optimieren, wird in Hannover ein neu konzipiertes Schrumpfgerät vorgestellt, das das Erwärmen und Abkühlen der Zangen in verschiedenen Längen problemlos meistert.

Auch bei den Aufnahmen für Fräswerkzeuge gibt es Neuheiten: Zum Beispiel bietet Haimer künftig BT30- und BT40-Aufnahmen mit Plananlage an, die insbesondere bei hohen Drehzahlen zu noch höherer Präzision und Prozesssicherheit beitragen. Ab Oktober sind diese Aufnahmen als Schrumpffutter in den Ausführungen Standard Schrumpffutter, Power Mini Shrink Chuck und Power Chuck ab Lager verfügbar.

Interessiert? Hier finden Sie den 350 qm großen Haimer-Messestand auf der EMO 2019.

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