Der webbasierte Service Function Block Factory ermöglicht es dem Anwender, aus der I/O Device Description (IODD) unterschiedlichster Arten von IO-Link-Geräten seine individuellen Funktionsbausteinbibliotheken zu konfigurieren und zu erstellen.
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Reduktion azyklischer Programmieranfragen bei IO-Integration

Dank der Function Block Factory von Sick reduzieren sich die azyklischen Programmieranfragen bei der IO-Integration.

Die Function Block Factory (FBF) von Sick als offener softwarebasierter Dienst erstellt automatisiert Funktionsbausteine, die den Implementierungsaufwand - speziell den azyklischer Programmieranfragen - bei der Integration von IO-Link-Geräten in Steuerungen erheblich reduzieren – und das nicht nur beim Zugriff auf die Geräteparameter, sondern auch auf die einzelnen Bestandteile der Prozessdaten der IO-Link-Geräte. Dabei ist die FBF nicht nur für zehn Steuerungen offen, sondern auch für die IO-Link-Geräte aller Hersteller.

Function Block Factory reduziert azyklische Programmieranfragen bei IO-Integaration

  • Die FBF ist der erste webbasierter Dienst seiner Art zur Vereinfachung der Integration von IO-Link-Gerätedaten in Steuerungsprogramme. Der Softwaredienst stellt nicht nur Funktionsbausteine zur Verfügung, sondern auch Datenstrukturen, die dafür sorgen, dass kein Aufwand bei der Deklaration von Parametervariablen entsteht.
  • Zudem sorgt die FBF dafür, dass aufwändiges Suchen nach Parametern, deren Indizes und Datenformaten der Vergangenheit angehören. Das spart nicht nur in erheblichem Maße Entwicklungszeit und Programmieraufwand, sondern eliminiert auch Fehler und beschleunigt so die Inbetriebnahme.
  • Die Fehlervermeidung durch die Funktionsbausteine resultiert aus der Tatsache, dass das Konzept der FBF über einen längeren Zeitraum zunächst Sick-intern und proprietär für die eigenen IO-Link-Geräte genutzt wurde. Dadurch ist die für den Markt weiterentwickelte und geöffnete Version in ihren Funktionalitäten ausgetestet und sicher in der Anwendung.
  • Der Nutzer kann sich mit der FBF jeweils eigene Funktionsbausteinbibliotheken erstellen – mit individuellen Parametern und Funktionalitäten sowie für sich sprechenden Namen und Bezeichnungen. Hierbei unterstützt das Tool aktuell zehn Automatisierungssysteme und gleichzeitig alle IO-Link-Geräte aller Hersteller am Markt.
  • Bedeutend wird diese Offenheit beispielsweise dann, wenn die gleiche Maschine eines Herstellers für verschiedene Kunden mit verschiedenen Automatisierungssystemen ausgestattet wird – die FBF erleichtert hierbei wesentlich die Komplexität der Aufgabe und beschleunigt die Realisierung erheblich.

Individuelle Funktionsbausteinbibliothek

  • Der webbasierte Service ermöglicht es dem Anwender, aus der I/O Device Description (IODD) eines IO-Link-Gerätes seine individuelle Funktionsbausteinbibliothek zu konfigurieren und zu erstellen, um diese beliebig oft in seinen SPS-Programmen wiederzuverwenden. Dabei wird der Programmieraufwand auf ein Minimum reduziert.
  • Zugleich werden Fehler in der Kommunikation mit IO-Link-Geräten vermieden. Umfang und Inhalt der Bibliotheken können durch die freie Auswahl der jeweils verfügbaren Geräteparameter individuell definiert und jederzeit angepasst werden.
  • Die Prozessdaten-Parserfunktion, die ebenfalls von der FBF erzeugt wird und Bestandteil der Bibliothek ist, ermöglicht es, gezielt auf jede einzelne Information innerhalb des IO-Link-Prozessdatums zuzugreifen, ohne sich zuvor über dessen Aufbau und Inhalte aus Handbüchern informiert zu haben.

Schneller und unkomplizierter Zugang

  • Der Zugang auf die FBF erfolgt per Browser über die Sick-Homepage entweder aus der Internetseite eines jeden Sick IO-Link-Produktes oder aus dem Servicemenü. Ein neuer Nutzer registriert sich bei der erstmaligen Nutzung, bekannte Nutzer melden sich unter Verwendung ihrer Sick ID an.
  • Danach erfolgt die Auswahl der gewünschten IODD, auf Basis derer eine Funktionsbausteinbibliothek erstellt werden soll. Die IODD wird dabei vom IODDfinder bezogen. Eine Filterfunktion der FBF sorgt dabei für einen guten Überblick über die in Frage kommenden IODDs.
  • Sind IO-Link-Gerät und IODD identifiziert, werden die gewünschte SPS mit ihrem Engineering-Tool und der Feldbus gewählt. Damit sind die Rahmenbedingungen für die Erstellung der Funktionsbau-steinbibliothek gesetzt.
  • Für die Funktionsbausteine, die Parser-funktion und die Datenstrukturen wird im nächsten Schritt ein Name vergeben. Dabei ist es zum ersten Mal möglich, diese, den eigenen Namenkonventionen folgend, zu erstellen.
  • Anschließend werden noch die gewünschten Geräteparameter ausgewählt.

Erweiterte Optionen verringern Programmieraufwand

  • Spezielle Merkmale der Funktionsbausteine, die in der FBF ausgewählt werden können, erleichtern die SPS-Programmierung weiter und sorgen sowohl für einen erheblich geringeren Programmieraufwand als auch für einen übersichtlichen und lesbaren Code. So ermöglicht die Multi-Selection-Option das gleichzeitige Lesen mehrerer Parameter. Dies eliminiert das Programmieren aufwendiger Schrittketten, um die Parameter nacheinander zu lesen oder zu schreiben.
  • Enumeratoren (enums) ersetzten aussagelose Nummern durch aussagekräftige Bezeichnungen. Dadurch wird nicht nur der Entwicklungsprozess beschleunigt, weil Nachschlagen nicht mehr notwendig ist, sondern auch der Source Code leserlicher und so zu einem späteren Zeitpunkt auch für Dritte nachvollziehbarer. Inbetriebnahmezeiten werden dadurch erheblich verkürzt.
  • Die Funktion Subindex-Zugriff dient dazu, die Datenlast und Kommunikationsdauer zu reduzieren. Sie ermöglicht, statt kompletter, komplexer Variablen – im IO-Link-Kontext als Records bezeichnet – gezielt definierte Untervariablen auszulesen oder per Schreibfunktion zu verändern. Es muss also nicht der gesamte Record hin und her übertragen werden, sondern nur ein Bruchteil davon, nämlich lediglich die Untervariable.
  • Per Auto-Deselection können mit nur einem Befehl alle zuvor ausgewählten Variablen und Parameter wieder abgewählt werden. Dadurch wird im Funktionsbaustein beispielsweise die Definition neuer Lesebereiche beschleunigt und erleichtert, da nicht jede einzelne Auswahl gelöscht werden muss und möglicherweise eine übersehen wird.

Sicks Function Block Factory ist der erste und aktuell wohl einzige webbasierter Service seiner Art zur Vereinfachung der Integration von IO-Link Ge-räten in Steuerungen. Sie ist geprägt durch hohe Verfügbarkeit (24/7 Nutzung) sowie eine anwenderfreundliche und anwendungssichere Nutzerführung, die manuelle Datensuche, Komplexität und Fehlerrisiken vermeidet. Die Integration von IO-Link-Geräten in Steuerungen ist also keine große Herausforderung mehr, sondern dank der FBF nichts weiter als eine kleine, einfache Hausaufgabe, für die keine besonderen IO-Link-Kenntnisse erforderlich sind.