Pilz zeigte auf der SPS IPC Drives 2018 seinen doppelarmigen Manipulator.
Foto: Erik Schäfer

Interviews

SPS 2019: Es geht wieder los!

Am 26.11.2019 startet die SPS in Nürnberg. Zur 30. Ausgabe sprach unser Chefredakteur Erik Schäfer mit Sylke Schulz-Metzner, Bereichsleiterin der SPS.

Die SPS IPC Drives heißt zu ihrem 30. Jubiläum in diesem Jahr erstmalig schlicht SPS – Smart Production Solutions. Bereichsleiterin Sylke Schulz-Metzner vom Messeveranstalter Mesago Messe Frankfurt verrät der Konstruktion & Entwicklung, was sich sonst noch verändert hat.

Frau Schulz-Metzner, die SPS IPC Drives heißt nun so, wie sie von Ausstellern und Besuchern schon immer genannt wurde: SPS. Was hat sich neben dem Namen sonst noch geändert?
Sylke Schulz-Metzner: Mit dem neuen Namen möchten wir der Digitalisierung, die in der Automatisierungsbranche einen immer größeren Stellenwert einnimmt, eine Plattform geben. Wo früher der Fokus auf den Komponenten lag, finden die Besucher auf der SPS bereits seit mehreren Jahren ganzheitliche smarte und digitale Automatisierungslösungen. Nichtsdestotrotz steht die SPS noch immer für den Kern der Automatisierungstechnik, nun ergänzt um ein digitales Profil.

Der Namenszusatz „Smart Production Solutions“ impliziert den Wunsch nach mehr Internationalität. Soll die SPS internationaler werden?
Sylke Schulz-Metzner: Die Internationalität nimmt Jahr für Jahr zu. 2018 kamen 28 % der Besucher aus dem Ausland, und das aus insgesamt 82 Ländern. Bei den Ausstellern können wir sogar 30 % internationale Aussteller vorweisen. Diese Werte bestätigen die internationale Bedeutung der Messe. Der deutsche Begriff SPS wurde im Ausland nie mit der Komponente Speicherprogrammierbare Steuerung in Verbindung gebracht, sondern nur mit der Messe, so dass sich für unsere internationalen Aussteller und Besucher nichts geändert hat. Mit der Namensänderung wird die internationale Kommunikation für uns als Veranstalter nur einfacher.

„Wir als Veranstalter wollen das Profil der SPS durch Showelemente nicht verwässern“

In den vergangenen 29 Jahren wurde immer der Arbeitscharakter der SPS herausgestellt – hier treffen Fachleute auf Experten. Bleibt es dabei, oder werden wir mehr Showelemente sehen, wie auf anderen Messen auch?
Sylke Schulz-Metzner: Wie Christian Wolf, Ausstellerbeiratsvorsitzender der SPS, gesagt hat, ist die Show oft ein Zeichen für Mängelbehebung. Wir als Veranstalter wollen das Profil der SPS durch Showelement nicht verwässern. Bei uns steht immer das Ziel im Fokus, den Fachbesuchern genau das zu bieten, was sie suchen. Und unsere Besucherbefragung bestätigt, dass die Besucher Produkte und Lösungen für ihre Unternehmen suchen. Das zeigt uns deutlich, dass unser Weg richtig ist – mit der Fokus auf den Austausch unter Experten.

Was spricht für Sie für Nürnberg als Ausstellungsort in Deutschland?
Sylke Schulz-Metzner: In der gesamten Messebranche geht es darum Angebot und Nachfrage zusammenzubringen, so auch bei den Technologiemessen der Mesago. In der Nürnberger Region finden sich einige der international wichtigsten Automatisierungs- und Technologieunternehmen. Das war auch 1997 ein Grund, neben der Lage in Süddeutschland mit seinem starken Maschinenbau, mit der Messe von Sindelfingen nach Nürnberg umzuziehen. Zudem ist das Messegelände bestens ausgestattet für hochtechnologische Veranstaltungen.

Es geht bei der Jubiläumsausgabe um die smarte und digitale Automatisierung mit dem Fokusthema „digitaler Wandel“. Was planen Sie, um dieses Thema den Fachbesuchern näher zu bringen?
Sylke Schulz-Metzner: Besucher werden vor Ort vor allem auf den Messeständen der Aussteller immer wieder mit dem Thema Digitalisierung in Berührung kommen. Neben den IT-Firmen bieten auch die Automatisierungsanbieter die Möglichkeit, digitale Automatisierungslösungen zu erleben. Fachvorträge und Podiumsdiskussionen sowie Demonstrationen auf den insgesamt vier Messeforen erweitern dieses Angebot und greifen Themen wie 5G, künstliche Intelligenz und Big Data auf. Zusätzlich bieten die Guided Tours den Besuchern die Möglichkeit, sich in ca. 1,5 Stunden bei ausgewählten Ausstellern zu den Themen Machine Learning und KI, Industrial Security in der Fertigung, Cloud Ecosysteme und Predictive Maintenance zu informieren. Der Fokus der Touren liegt dabei auf echten Use Cases.

In den vergangenen Jahren, als alle Welt das Thema Industrie 4.0 hypte, hielt sich die SPS bewusst zurück. Lag das am Ausstellerbeirat oder haben Sie als Messeveranstalter das Thema nicht auch noch auf der Agenda haben wollen?
Sylke Schulz-Metzner: Das Thema Industrie 4.0 spielt auch bei der SPS eine wichtige Rolle, allerdings werden bei uns diese Themen meist erst sichtbarer, wenn es Anwendungsbeispiele und Use Cases gibt, die den Besuchern präsentiert werden können. Wie bereits erwähnt, kommen die Besucher der SPS mit einer konkreten Fragestellung auf die Messe und wollen Produkte und Lösungen finden, die in ihren Unternehmen direkt eingesetzt werden können. Darauf haben sich auch die Aussteller ausgerichtet. Somit stehen bei der SPS primär konkret umsetzbare Lösungen im Fokus. Über unsere Messeforen bieten wir aber auch eine Plattform für visionäre Ansätze, so dass die aktuellen Themen auch bei uns nicht zu kurz kommen. Auch auf vielen Messeständen werden zukunftsweisende Konzepte und Lösungen für die Automatisierung von morgen vorgestellt.

Die Produktgruppen zur Messe werden stetig angepasst

Zahlreiche Aussteller zeigen ihre Lösungsansätze, aber auch diverse Produkte und Applikationsbeispiele zum Thema „Digitale Transformation“. Vermehrt sind IT-Firmen auf der SPS zu finden. Hat der Wegfall der Cebit hier mit hineingespielt?
Sylke Schulz-Metzner: Während der Entwicklung hin zu einer smarten und digitalen Automation haben wir in den letzten Jahren immer wieder die Produktgruppen der SPS angepasst, sodass sich nun auch einige IT-Unternehmen dort wiederfinden. Dennoch lassen wir bei der SPS nur die Firmen zu, die wirklich zu den Produktgruppen der Veranstaltung passen. Inwieweit der Wegfall der Cebit hier eine Rolle spielt, können wir nicht sagen. Ich denke, dass sich die IT-Firmen auf die für sie am besten geeignetsten Veranstaltungen konzentrieren und in der SPS finden sie natürlich eine Plattform in der sie direkt an die Industrie anknüpfen können.

In geführten Touren können sich Messebesucher über Machine Learning und KI, Industrial Security in der Fertigung, Cloud Ecosysteme und Predictive Maintenance informieren. Das waren doch Themen, die sich vor allem die Besucher wünschten, oder?
Sylke Schulz-Metzner: In unserer Besucherumfrage nach der Veranstaltung fragen wir unter anderem, ob es Themen oder Produkte gibt, die für die kommende Messe gewünscht werden oder die nicht ausreichend im Fokus stehen. Diese Ergebnisse besprechen wir mit unserem Ausstellerbeirat und unseren Beratern, um daraus Maßnahmen abzuleiten und unser Angebotsportfolio zu erweitern. Die Guided Tours-Themen waren daher ein Resultat aus den Wünschen der Fachbesucher und den Ratschlägen der Aussteller.

Der im letzten Jahr erstmalig durchgeführte Automation Hackathon wird erst 2020 wieder stattfinden, obwohl er großen Anklang fand. Warum?
Sylke Schulz-Metzner: Die Vorbereitungen für solch eine Veranstaltung sind immer sehr zeitintensiv. Für unsere Jubiläumsausgabe dieses Jahr hatten andere Themen Vorrang. Zusätzlich waren aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage die Zusagen der Teilnehmer zögerlich, sodass wir uns dazu entschieden haben, den nächsten Hackathon 2020 durchzuführen.

Frau Schulz-Metzner, Sie haben jetzt eine intensive Vorbereitungsphase für die SPS 2019 hinter sich. Worauf freuen Sie sich ganz persönlich, wenn es ab 26. November in Nürnberg endlich losgeht?
Sylke Schulz-Metzner: Es gibt so viele Dinge, auf die man sich auf der Messe freut. Immerhin arbeiten wir ein ganzes Jahr auf diese eine Veranstaltung hin. Am meisten freue ich mich aber auf die vielen persönlichen Gespräche mit Ausstellern, Journalisten Besuchern, die man teilweise nur ein einziges Mal im Jahr sieht – aber dann immer genau weiß: Jetzt geht es wieder los!

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